Berlin : Ausbildung erster Klasse

IT-Dienstleister Strato ist Berlins bester Lehrbetrieb. Engagement für benachteiligte Jugendliche gewürdigt

Manuel Köppl

Der IT-Dienstleister Strato ist am Mittwoch als „Berlins bester Ausbildungsbetrieb“ ausgezeichnet worden. Bei der Preisverleihung durch Industrie- und Handelskammer (IHK), Handwerkskammer und Medien im Bildungs- und Technologiezentrum am Mehringdamm sagte Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linkspartei/PDS), dass er sich von Unternehmen wie Strato „eine Vorbildwirkung für andere Berliner Firmen“ erhoffe. Die Plätze zwei und drei belegten der Malereibetrieb Trompke und das Druckhaus Berlin-Mitte.

„Mit ihrer hochwertigen Ausbildung legen sie das Fundament für die berufliche Zukunft der Jugendlichen und sichern sich zugleich den benötigten Nachwuchs“, sagte Wolf. Gut ausgebildete Fachkräfte hätten dieses Land stark gemacht, sagte Stephan Schwarz, Präsident der Handwerkskammer. Er warnte Unternehmer davor, nur auf die Erreichung kurzfristiger Ziele wie die Gewinnmaximierung zu setzen. Vielmehr werde die Bevölkerung in Deutschland in den kommenden Jahren schrumpfen und „schon in wenigen Jahren werden die Betriebe händeringend nach Fachkräften suchen“.

Die prämierten Unternehmen verfolgen dagegen langfristige Strategien: Die Strato AG, die neben Internetseiten auch DSL-Breitbandzugänge vermarktet, habe sich durch ihr umfassendes Ausbildungskonzept die Auszeichnung zu „Berlins bestem Ausbildungsbetrieb“ verdient, sagte IHK-Präsident Eric Schweitzer. Seit 1999 habe Strato 16 Lehrlinge zum IT-Systemkaufmann, Fachinformatiker für Systemintegration und Kaufmann für Bürokommunikation ausgebildet. „Alle 16 Auszubildenden sind nach Abschluss ihrer Lehre in eine Festanstellung übernommen worden“, lobte Schweitzer.

Besonders hervorgehoben wurde die Betreuung der Lehrlinge durch persönliche Tutoren und ein betriebseigenes Beurteilungs- und Prämiensystem. Auch ausländische und behinderte Jugendliche würden bei Strato eine Chance erhalten, sagte Schweitzer. Im kommenden Ausbildungsjahr wolle die Firma mit dem „Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung“ außerdem ein völlig neues Berufsbild schaffen.

Auf Platz zwei wurde der Malereibetrieb von Heidi Trompke gewählt. Die Unternehmerin habe Jugendliche ausgebildet, die wegen eines fehlenden Schulabschlusses schwer vermittelbar waren. Das Druckhaus Berlin-Mitte wurde für seine hohe Ausbildungsquote von 15 Prozent und sein breites Berufsspektrum mit Platz drei geehrt. Insgesamt hatten sich 70 Betriebe beworben.

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