• Ausbrecherkönig im Hungerstreik: "Ekke" Lehmann wird auf Verhandlungsfähigkeit untersucht

Berlin : Ausbrecherkönig im Hungerstreik: "Ekke" Lehmann wird auf Verhandlungsfähigkeit untersucht

kf

Eckehart "Ekke" Lehmann, der als Ausbrecherkönig in Berlin zu einem gewissen Ruhm gelangte, ist nach eigenen Angaben in den Hungerstreik getreten. "Da ich nunmehr seit über acht Monaten in U-Haft sitze, welche man einer Isolationshaft gleichstellen kann, trotz mehrfacher Beteuerungen, dass ich mit den mir von der Staatsanwaltschaft zur Last gelegten Anklagepunkten nichts zu tun habe, herzkrank bin und von ärztlicher Seite dringend angeratene operative Eingriffe nicht machen lassen kann, teile ich Ihnen mit, dass ich ab dem 5. Juli jegliche Annahme der Anstaltskost verweigere", ließ Lehmann die Anstaltsleitung wissen.

Weil der 53-jährige herzkranke Untersuchungsgefangene seit diesem Tage auch die Einnahme seiner Medikamente verweigert, musste die gestrige Verhandlung im Moabiter Kriminalgericht abgebrochen werden. Am Nachmittag sollte Lehmann von einem Arzt auf seine Verhandlungsfähigkeit untersucht werden.

Lehmann sitzt gegenwärtig in Haft, weil er mit zwei Komplizen den Tresor einer Neuköllner Eckkneipe um 10 000 Mark erleichtert haben soll. Insgesamt hat der Angeklagte 23 Jahre seines Lebens im Gefängnis verbracht. Neben vergleichsweise geringfügigen Delikten wie Fahren ohne Führerschein, Widerstand und Körperverletzung, verbüßte er unter anderem eine fünfjährige Haftstrafe wegen gemeinschaftlicher Vergewaltigung. Die letzten sechs Jahre führte "Ecke" gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin und fünf Kindern allerdings ein gesetzestreues Leben. In dieser Sache, erklärte Lehmann beim Prozessauftakt im Mai, sitze er zum ersten Mal unschuldig hinter Gittern.

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