Berlin : Auschwitz-Lüge: Nazis verharmlost? Lehrer wehrt sich

sve

Der Steglitzer Gymnasiallehrer Karl-Heinz S. hat gestern die Vorwürfe zurückgewiesen, die Auschwitz-Lüge zu verbreiten. Entsprechende Anschuldigungen in einem Bericht des Landesschulamtes, der jetzt dem Personalrat zuging, seien falsch, sagte er gegenüber dem Tagesspiegel. Dies werde er auch in einer Stellungnahme bis Ende April darlegen. Die Senatsschulverwaltung will bis Mitte Mai entscheiden, ob gegen den Beamten ein Disziplinarverfahren eingeleitet wird.

Wie berichtet, war S. Ende Dezember vom Dienst freigestellt worden. Ihm wird die angebliche Verharmlosung von Nazi-Verbrechen zur Last gelegt. In der Zwischenzeit wurden an seiner ehemaligen Schule Zeugen befragt, deren Aussagen in einem Bericht dargelegt und an den Personalrat überstellt. Die dort erhobenen Vorwürfe gehen noch über das hinaus, was dem Lehrer in Verbindung mit seiner umstrittenen Publikation zur Vermachtsausstellung zur Last gelegt wird. Aufgrund dieser Publikation hatte der rechtspolitische SPD-Sprecher der SPD, Klaus-Uwe Benneter, im Januar beim Potsdamer Generalstaatsanwalt Strafanzeige wegen Volksverhetzung gestellt.

S. wies gestern darauf hin, dass seine Personalakte "sauber" sei. Dies zeige doch, dass die Vorwürfe in Sachen "Auschwitz", die aus dem Jahre 1994 stammen, schon damals nicht erhärtet werden konnten. Der Beamte betont, dass er "als Historiker natürlich nie bestreiten würde, dass Auschwitz ein Vernichtungslager war und das dort die Menschen durch Vergasung umgebracht wurden, aber eben bekanntlich auch durch Schwerstarbeit in Verbindung mit masssiver Unterernährung". Er beklagt, "dass der Bericht erstellt wurde, ohne dass ich angehört worden bin". Im übrigen habe er sich mit seinen Schülern auch den Film "Schindlers Liste" angesehen".

S. nahm auch zu dem Vorwurf Stellung, er sei 1995 absichtlich gegen einen Schrank gesprungen, in dem sich ein Schüler verstecke. Der Schüler soll sich dabei erheblich den Kopf verletzt haben. Laut S. gibt es zu dieser Darstellung "zwei Versionen".

0 Kommentare

Neuester Kommentar