Berlin : AUS DEM GERICHT

Überfall auf früheren Chefankläger

Der wütende Rentner hatte einen 40 Zentimeter langen Holzknüppel unterm Jackett, als er vor drei Jahren in das Büro des damaligen Berliner Chefanklägers stürmte. Der 74-jährige Bertram G., aufgrund eines Zivilstreits seit Jahren unzufrieden mit der Justiz, soll ausgeholt, Hansjürgen Karge die Schläge aber mit dem Arm abgewehrt haben. G. habe den inzwischen pensionierten Karge dann zu Boden gebracht und mit Fäusten traktiert. Rentner G. präsentierte dem Gericht gestern eine andere Version: „Er war der Angreifer.“ Der frühere Generalstaatsanwalt soll nächste Woche befragt werden. K. G.

Mord aus Eifersucht: Lebenslang

Es waren aus Sicht der Richter geplante Schüsse aus einem Hinterhalt: Mustafa T. wurde gestern wegen Mordes an dem neuen Ehemann seiner Exfrau zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Hochzeit lag gerade fünf Tage zurück, als sich ihr türkischer Exmann aus Rachsucht am 12. Mai am Richard-Tauber-Ring in Marienfelde auf die Lauer legte. Nicole H. und der 50-jährige Informatiker Frank H. wollten die Adoptiveltern der Frau besuchen, als T. aus nächster Nähe schoss. Als der Rivale bereits am Boden lag, soll ihm T. die Waffe an den Kopf gehalten und zweimal abgedrückt haben. K. G.

Haft für Missbrauch in der Bar

Als Betreiber der Shisha-Bar „Jayson''s“ in Kreuzberg hatte Marcus E. seine jungen Opfer geschickt geködert und sich wie ein Zuhälter aufgeführt. So sahen es die Richter und verurteilten ihn zu fünf Jahren und drei Monaten Gefängnis. Der 40-Jährige hatte im Sommer 2007 drei 15 und 16 Jahre alte Jungen gegen Geld an Freier vermittelt und selbst Sex mit Schülern im Alter zwischen 13 und 17 Jahren. E. ließ Pornofilme laufen und schenkte Alkohol aus, um seine Opfer gefügig zu machen. Der einschlägig vorbestrafte Mann hatte die Vorwürfe im Prozess gestanden. K. G.

Haft für Attacken auf Frauen

Der 19-Jährige ließ seine Wut immer wieder an Frauen aus. Gestern wurde er zu einer Jugendstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Bei Kaan U. bestehe „erheblicher Erziehungsbedarf“. Er hatte in Neukölln eine ihm unbekannte 17-Jährige mit einem Messer im Gesicht verletzt, eine Schülerin getreten, eine Frau massiv beleidigt. U. war 15 Jahre alt, als seine Eltern zurück in die Türkei gingen und er allein zurückblieb. Er sei „emotional retardiert“, hieß es im Urteil. K. G.

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