Berlin : Ausflug mit tödlichem Plan?

32-Jähriger wegen versuchten Totschlags an seiner Frau angeklagt

-

AUS DEM GERICHT

Kurz vor der AutobahnAnschlussstelle Filandastraße in Steglitz soll Dündar C. noch einmal ordentlich Gas gegeben haben. Wenig später raste er gegen eine Leitplanke, prallte ab und kollidierte mit der Fahrbahnbegrenzung auf der anderen Seite. Verursachte der 32-jährige Familienvater den Unfall willentlich? Wollte er so seine Ehefrau auf dem Beifahrersitz umbringen? Seit gestern muss sich der Schlosser wegen versuchten Totschlags vor dem Landgericht verantworten.

„Ich wollte ihr nichts antun, umbringen wollte ich sie schon gar nicht“, beteuerte der zweifache Vater. Er sprach von Stimmen, die er seit der Trennung vier Monate vor dem Unfall am diesjährigen Ostersonntag gehört habe. Sie hätten ihm zugeflüstert, dass seine Frau ihn mit ihrem Vater und Bruder hintergehe. „Ich muss verrückt geworden sein nach der Trennung“, meinte der Beschuldigte. Jetzt nehme er Medikamente und sei damit „gesund“. Bei der fraglichen Fahrt mit seinen beiden Kindern und zwei Neffen sei er „in Gedanken“ gewesen. „Da ist es passiert.“ Nachdem die Kollision mit den Leitplanken für die Insassen glimpflich abgelaufen war, soll Dündar C. seine Ehefrau gewürgt haben. Diesen Angriff hatten Passanten beobachtet. Der Beschuldigte aber will an das, was nach dem Unfall geschah, keine genaue Erinnerung haben. „Sie schrien alle, dann habe ich mich selbst verloren“, sagte er vor Gericht.

Die Staatsanwaltschaft hält den Türken für schizophren und schuldunfähig. Sie will seine Unterbringung in der Psychiatrie erreichen. Die 31-jährige Ehefrau sieht das anders: „Er ist nicht krank, er kann nur gute Geschichten erzählen“, sagte sie. Schon kurz nach der Heirat vor acht Jahren sei sie unglücklich gewesen. Ihr Mann habe sie oft misshandelt, sie nachts unter die kalte Dusche gestellt, ihr mit einem Faustschlag den Kiefer gebrochen. Dündar C. hielt dagegen: „Schläge bestreite ich, bei der Sache mit dem Kiefer habe ich sie nur leicht geschubst.“ Der Prozess wird fortgesetzt. K.G.

0 Kommentare

Neuester Kommentar