Ausflugsdampfer legen ab : Berlin, ahoi!

Die Reedereien starten mit ihren Ausflugsdampfern in die neue Saison. Die Stadt und das Umland vom Wasser aus bietet nicht nur Touristen eine empfehlenswerte Perspektive.

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Der Frühling ist da: Die Ausflugsdampfer schippern wieder über die Spree in Berlin.Alle Bilder anzeigen
Foto: Doris Spiekermann-Klaas
08.04.2011 11:21Der Frühling ist da: Die Ausflugsdampfer schippern wieder über die Spree in Berlin.

Wenn die Ausflugsdampfer mit ihrer Fracht aus weißen Plastikbänken und bunt gekleideten Passagieren wieder über die Spree schippern, ist der Frühling endgültig da. Obwohl sich das sanft schaukelnde Vergnügen meist Touristen gönnen, bieten zahlreiche Sonderfahrten auch Einheimischen neue Eindrücke. Ob Tourist oder Berliner, ob kurze oder lange Tour: das Gesicht in die Sonne zu halten und sich treiben zu lassen, tut einfach gut.

Die einfachste Art abzulegen, bietet sich an einer der Dampferanlegestellen, für ein- oder mehrstündige Stadtrundfahrten. Ab Jannowitzbrücke, ab der Friedrichstraße an der Ecke Reichstagsufer und ab der Charlottenburger Schlossbrücke bietet unter anderem die Stern- und Kreisschifffahrt auf der Spree und dem Landwehrkanal Brückenfahrten an. Besonderes Highlight: In der Woche vom 6. bis 10. Juni werden 56 Schüler der Köpenicker Merian-Gesamtschule mitfahren und den Passagieren die Sehenswürdigkeiten der Innenstadt in deutscher, englischer, französischer und russischer Sprache erklären. „Die Schüler trainieren vorher freies Sprechen und situationsbedingtes Reagieren, um die ungewohnte Aufgabe richtig genießen zu können”, sagt Projektleiterin Bärbel Ellinger. Am 3. Mai findet dafür ab dem Anleger Friedrichstraße um 10 Uhr eine einstündige Probefahrt statt.

Auch die Reederei Bruno Winkler hat mehrere Citytouren durch Mitte, Kreuzberg und Tiergarten im Programm. Selbst derjenige, der glaubt, Berlin in- und auswendig zu kennen und nur der angereisten Verwandtschaft etwas Gutes tun will, kann dabei neue Perspektiven gewinnen. Das gilt besonders für abendliche Touren im Lichterglanz , die unter anderem ab Märkischem Ufer und Corneliusbrücke die Reederei Riedel veranstaltet. Und auch wer auf dem Wasser mehr erleben will, braucht nicht im Trüben zu fischen. Denn es werden im Laufe des Frühjahrs und Sommers zahlreiche Sonderfahren angeboten, darunter Brunch- und Grilltouren, Partyfahrten mit Feuerwerk oder 80er-Jahre-Disko, Musik- und Literaturfahrten und auch Krimi-Dinner: Unter dem Motto „Mord in der Südsee” bietet die Reederei Riedel ein Drei-Gänge-Menü und spannende Unterhaltung an. Es muss schließlich nicht immer der Tod auf dem Nil sein – auch die Spree hat ihre Geheimnisse. Und sie steckt an ihren Ufern voller Geschichte, wie man sich bei den Dampferfahrten der Berliner Geschichtswerkstatt erklären lassen kann. Anhand von Archivmaterial, Literatur und Musik wird die Historie der Stadt aufbereitet, es gibt auch Schwerpunktthemen wie „Frauengeschichte(n)” und „Krumme Touren” für Kriminologie-Fans. Ein weiterer Höhepunkt sind die Rio-Reiser-Fahrten zum Todestag des Sängers am 20. August, auf denen ehemalige Mitglieder der „Ton Steine Scherben” Musik machen und ein Schauspieler aus Reisers Buch „Keine Macht für Niemand“ liest.

Noch mehr Wasserstraßen und jede Menge Seen gibt es in der näheren Umgebung Berlins zu entdecken. Mit Stern und Kreis kann man unter anderem ab Wannsee auf die Sieben-Seen-Rundfahrt gehen, auf der Havel von Tegel bis zur Inselstadt Werder oder auf der Spree rund um die Müggelberge schippern. Die Reederei Riedel bietet ganztägige Ausflugsfahrten nach Woltersdorf an. Lauschiger geht es bei Kahnfahrten im Spreewald zu, wo besonders Romantiker und Naturliebhaber auf ihre Kosten kommen – die Saison hat begonnen. Wer es noch einsamer liebt und im Besitz des „Sportbootführerscheins Binnen” ist, mietet sich am besten gleich selbst ein Boot, Gelegenheiten dazu gibt es an den Gewässern in und um Berlin jede Menge. Auf der Halbinsel Stralau liegen zum Beispiel zwei niederländische Tuckerboote bereit. Die beiden Sloepen „Paul” und „Paula” haben Platz für einen Freizeitkapitän und sieben Sonntagsmatrosen.

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