Berlin : Ausflugsziel Spandau: Hauptsache, die Touristen kommen

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Die Spandauer Gastwirte wollen für sich werben. Weil sie die bisherigen Aktivitäten der alt eingesessenen Wirtschaftsverbände für unzureichend halten, hat die Bezirksgruppe des Hotel- und Gaststättenverbandes den Verein Pro Spandau initiiert. Die Aktivitäten sollen von Rabattkarten für die beteiligten Restaurants über verstärkte Tourismuswerbung bis hin zu Großveranstaltungen reichen. Auch den Spandauer Weihnachtsmarkt möchten die Wirte mittelfristig übernehmen.

Dabei setzen die Gastronomen nicht auf Konfrontation, sondern auf Kooperation. "Die großen Vereine müssen umdenken und neue Wege gehen" sagt der ProSpandau-Vorsitzende Alexander Stewowitsch. "Wir wollen von deren Erfahrungen lernen und unsere Ideen einbringen". Mitstreiter, die nicht unbedingt aus dem Hotel- und Gaststättenbereich kommen müssen, werden noch gesucht.

Bisher hätten sich alle Aktivitäten zu sehr innerhalb der Bezirksgrenzen abgespielt, geben die Vereinsmitglieder zu. "Die Berliner und die Besucher der Hauptstadt wissen überhaupt nicht, wie schön Spandau ist", sagtStewowitsch. Kürzlich war der Verein bei einem Treffen internationaler Busreiseveranstalter und hat bereits erste Touren an den westlichen Stadtrand locken können. Demnächst wird auf einer ähnlichen Veranstaltung in Köln für den Bezirk geworben. 70 der rund 300 bezirklichen Gastronomen haben sich an einer ersten Broschüre beteiligt, bis März soll der gemeinsame Internet-Auftritt stehen.

Gedacht ist an eine Zusammenarbeit mit den Kollegen aus dem Havelland, an "Paketlösungen" mit Sightseeing, Kultur, Restaurantbesuch und Übernachtung. "Wir erwägen die zusätzliche Gründung eines Tourismus-Vereins", sagt Klaus-Dieter Richter, der dem entsprechenden Fachausschuss der Industrie- und Handelskammer angehört. Eine herbstliche Weinmesse auf der Zitadelle ist ebenso in Planung wie ein Spandauer Presseball und auch die von einer Whisky-Marke gesponserten schottischen Highland-Games sollen zu einer festen Institution im Bezirk werden.

Wenn es mit dem Betrieb des Weihnachtsmarktes, der in diesem Jahr erstmals durch eine gemeinsame GmbH von AG Altstadt und Wirtschaftshof veranstaltet werden soll, nicht klappt, denkt ProSpandau an einen eigenen Budenzauber. Der könnte im Wröhmännerpark, auf dem ehemaligen Schießplatzgelände in Gatow oder auf der grünen Wiese bei den Nachbarn in Falkensee stattfinden, so der Vorsitzende.

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