Berlin : Ausgerissener Baum blockierte die S-Bahn - Meteorologen überrascht

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Die Meteorologen hatten schon Entwarnung gegeben. Doch dann kam "Liane", die kleine Schwester von Orkan "Kerstin" - und sie fegte all das hinweg, was am Sonntag noch dem Starkwind getrotzt hatte. Vor allem Bäume entwurzelte "Liane" gleich reihenweise. Bis Mittag musste die Feuerwehr 40 Mal ausrücken.

Gegen 6.42 Uhr schlug der Starkwind das erste Mal zu: An der Schönhauser Allee Ecke Cantianstraße riss eine Böe einen Baum aus dem Mittelstreifen und schleuderte ihn auf das Heck eines Autos. Der Fahrer wurde nur leicht durch eine Risswunde an der Hand verletzt, sein Wagen aber erlitt Totalschaden. Das entfesselte Holz streifte zudem die Oberleitung der Straßenbahn, zog sie mit sich und zerstörte Teile eines Fußgängerschutzgitters. Die Schönhauser Allee musste bis 7.35 Uhr teilweise gesperrt werden; auch der Tram-Verkehr war unterbrochen. Kaum besser traf es die S-Bahn. Gegen 12.30 Uhr legte sich zwischen Potsdam und Grunewald ein Stamm quer über die Gleise. Ein Zug der S 7 fuhr in das Geäst, seine Fahrerin erlitt einen Schock und auch ein Signal und die Oberleitung wurden beschädigt. Die S-Bahn schickte einen Hilfsgerätezug, die Feuerwehr eine Kettensäge. Die S-Bahn rollte auf einem Nachbargleis im 20-Minuten-Pendelverkehr.

Der längste umgefallene Baum des Tages stürzte in der Charlottenburger Tannenbergallee auf das Haus Nummer 12 und demolierte einen Balkon: eine 25 Meter hohe Pappel. Allerdings wurde niemand verletzt. Vorgezogene Abrissarbeiten erledigte "Liane" zudem an einer 400 Quadratmeter hohen Lagerhalle. Die Holzbaracke am Syringenweg in Prenzlauer Berg stand bereits leer. Bei Windstärke zehn fiel sie gleich ganz in sich zusammen. Die Meteorologen sind durchaus überrascht vom heftigen Wind, den "Liane" mit sich brachte. Bis zu 100 Kilometer pro Stunde war die Luft gestern schnell, bei lauen elf Grad. Ab heute ist dann wieder alles anders: Da heißt das Tief "Monika", bringt weiter um zehn Grad, aber weniger Wind mit sich. Versprechen zumindenst die Meteorologen.

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