AUSGRABUNGEN : Ist Karlshorst älter als Berlin?

In Karlshorst fand man Reste einer Siedlung aus der Bronzezeit.
In Karlshorst fand man Reste einer Siedlung aus der Bronzezeit.

PRÄHISTORISCH

Gab es Berliner in der Prähistorie? Wohl kaum, würden Historiker sagen, denn die Stadt gab es da ja noch gar nicht – wohl aber Siedler in Karlshorst. Auf deren Spuren sind die Bauarbeiter gestoßen bei den Erdarbeiten für das neue Quartier Treskow-Höfe, das die Wohnungsbaugesellschaft Howoge bauen will.

BRONZEZEIT

Die von der Howoge eingeschalteten Denkmalpfleger haben die Verfärbungen im Boden als „prähistorisches Bodendenkmal“ eingestuft. Wie das Landesdenkmalamt bestätigte, handelt es sich bei dem Fund um die Überreste einer spätbronzezeitlichen Siedlung aus der Zeit um 1200 bis 800 Jahre vor Christus – und Berlin ist offiziell 776 Jahre alt. Bis zu 30 Hektar groß dürfte die Siedlung gewesen sein, deren Spuren entdeckt wurden. Einen ähnlichen Fund habe es schon einmal in Buch gegeben. Bei den ersten Grabungen haben die Archäologen braune Scherben sowie Kohlereste entdeckt. Daraus schließen sie, dass es hier einmal eine Feuerstelle gegeben haben muss. Nach Angaben einer Howoge-Sprecherin wird nun eine Firma mit einer Grabung an der Fundstelle auf dem Gelände der Treskow-Höfe beauftragt.

GRABT MAL SCHÖN

Siedlungen aus der Bronzezeit hinterließen eine Vielzahl von Bodenverfärbungen ehemaliger Haus- und Kochstellen, Abfall- und Kochgruben sowie Tier- und Gehöfteinhegungen. Es ist davon auszugehen, dass auf dem Gelände an der Treskow-Allee weitere Überreste der Siedlung erhalten sind. ball

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