Berlin : Ausnahmezustand an Berliner Flughäfen

Allein heute wollen 120 000 Reisende starten

Rainer W. During

WM-Endspiel und Ferienbeginn stürzen die Berliner Flughäfen in ein Chaos. Bereits gestern mussten in Schönefeld fünf Easyjet-Flüge gestrichen werden. Andere Maschinen verschiedener Gesellschaften hatten zum Teil mehrstündige Verspätungen. In Tegel kam es zu Unpünktlichkeiten. Grund war nach Angaben eines Flughafensprechers die Überfüllung des Berliner Luftraums. Außerdem war in Schönefeld eine Maschine zu dicht an der Landebahn abgestellt worden und störte das Landesystem.

Mit rund 120 000 Reisenden wird heute in Berlin das stärkste Passagieraufkommen aller Zeiten erwartet. Besonders ist der Flughafen Tegel betroffen. Wegen der drohenden Überfüllung wird das Terminal für Begleitpersonen gesperrt. Die Lufthansa setzt die größten, verfügbaren Maschinen ein und eröffnet für ihre Passagiere ab 4.15 Uhr zehn zusätzliche Freiluft-Abfertigungsschalter im Innenring. Ferner wurden Restauranträume als zusätzliche Flächen für wartende Fluggäste angemietet. Allein die Lufthansa rechnet heute in Tegel mit 11 000 abfliegenden Reisenden – doppelt soviel wie an normalen Tagen.

Insgesamt werden heute in Tegel 477 Maschinen abgefertigt. Überwiegend handelt es sich um den normalen Linienverkehr, dazu kommen 18 WM-Sonderflüge. Die Flughafengesellschaft hat allen Passagieren empfohlen, spätestens 90 Minuten vor dem Abflugtermin am Check-in-Counter zu erscheinen. Für die Fahrt zum Airport sollten die öffentlichen Verkehrsmittel benutzt werden, die BVG verstärkt die entsprechenden Buslinien ab Zoo und Kurt-Schumacher-Platz.

In Schönefeld werden 361 Zusatzflüge abgefertigt. Dazu gehören 64 große Verkehrsmaschinen. Heute landet hier auch eine Boeing 747-400 der Lufthansa. Der Jumbo-Jet, bringt 400 brasilianische WM-Besucher zurück nach Sao Paulo.

Das weitaus größte Aufkommen an WM-Flügen muss allerdings der Flughafen Tempelhof verkraften. Dort wurden über das Wochenende mehr als 1000 Flugbewegungen koordiniert. Überwiegend handelt es sich hier um Geschäftsreisejets, mit denen Spitzenmanager, Showstars, Spitzensportler und andere Prominente zum Endspiel nach Berlin gereist sind.

Gelassener sieht man die Situation bei der Bahn. Gestern gab es drei zusätzliche Züge, zwei aus Köln und einen aus Hamburg. Nach dem Finalspiel waren drei Extra-Abfahrten nach Hamburg, Köln und Frankfurt vorgesehen. Auch die Regionalbahnen wurden verstärkt, der S-Bahn-Takt ohnehin erhöht. Rund sieben Millionen WM-Fahrgäste haben die Berliner S-Bahn während der Weltmeisterschaft genutzt.

DB-Sprecher Burkhard Ahlert rechnete gestern damit, dass die meisten Bahnnutzer, die wegen des Endspiels nach Berlin kamen, die Stadt noch in der Nacht wieder verlassen würden. „Wir erwarten ein stärkeres Aufkommen, aber kein Chaos“, sagte er. Auch auf den Autobahnen könnte es heute eng werden. Es wird vermutet, dass viele Berliner und Brandenburger die Fahrt in den Urlaub auf den Tag nach dem Endspiel verschoben haben.

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