Berlin : Ausschuss diskutiert Ärztewegzug

Der Wegzug von Fachärzten aus den ärmeren östlichen Bezirken und aus Neukölln in die wohlhabenderen westlichen Bezirke könnte möglicherweise 2009 gestoppt werden, und zwar durch eine neuformulierte Richtlinie auf Bundesebene. Das sagte Dusan Tesic, Hauptgeschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung, am Montag vor dem Gesundheitsausschuss des Abgeordentenhauses, ohne allerdings näher ins Detail zu gehen.

Der Vortrag Tesics, der anlässlich einer Debatte über den Tätigkeitsbericht der Patientenbeauftragten Karin Stötzner geladen war, rief Unmut hervor. Grund des Wegzugs sei nicht die größere Nähe zu den Privatpatienten, sondern die Einschulung der eigenen Kinder, die die Ärzte lieber in westlichen Bezirken vornehmen wollten, erklärte Tesic. „Das ist eine provozierende These“, sagte Stefanie Winde (SPD), „welcher Arzt wohnt schon da, wo er praktiziert?“ Man müsse das Problem differenziert betrachten, so Tesic. „Natürlich ist das nicht die einzige Motivation.“ Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher (Linke) erinnerte daran, dass es trotz der Unterschiede in den Bezirken in Berlin immer noch eine Überversorgung, keine Unterversorgung an Ärzten gebe. Heidi Kosche (Grüne) warf der Senatorin vor, es genüge nicht, die Patientenbeauftragte nur zu unterstützen, sie müsse sich auch an die Lösung der zahlreichen Probleme machen, die Karin Stötzner auflistet. Immerhin seien all diese Probleme in den letzten zwei Jahren aufgetreten.uba

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