• Aussichtsballon darf auf dem Schlossplatz nicht starten Ende November muss „Hi-Flyer“ den Potsdamer Platz räumen

Berlin : Aussichtsballon darf auf dem Schlossplatz nicht starten Ende November muss „Hi-Flyer“ den Potsdamer Platz räumen

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Der Aussichtsballon vom Potsdamer Platz muss denselben verlassen. Dass die im November auslaufenden Genehmigungen für das Aufsteigen des heliumgefüllten „Hi-Flyers“ ein weiteres Mal verlängert werden, „ist mehr als unwahrscheinlich“, sagte die Sprecherin von Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD), Petra Roland, am Montag. Dagegen stünden Sicherheitsgründe – in unmittelbarer Nachbarschaft drehen sich Kräne – und die Baupläne für das Gelände, das die Betreiberfirma des SAT.1-Ballons gegenwärtig nutzt.

Das Unternehmen, die „Air Service Berlin GmbH“, sucht also einen neuen Standort – und würde am liebsten zum Schlossplatz umziehen. Dies bestätigte die Baustadträtin von Mitte, Dorothee Dubrau (Bündnis 90/Grüne) dem Tagesspiegel: „Das Unternehmen ist mit diesem Wunsch an uns herangetreten. Wir haben aber schon in den Vorgesprächen deutlich gemacht, dass wir den Schlossplatz nicht für geeignet halten.“ Es gebe auf dem Schlossplatz nur zwei Orte, wo der Ballon verankert werden könnte: die Schlossfreiheit am Spreekanal und der gegenwärtig noch von der Baustelle der Asbestsanierung des Palastes der Republik belegte Bereich.

„An der Schlossfreiheit finden aber schon heute immer wieder Veranstaltungen statt, und auch im Bereich der Baustelle soll etwas geschehen, wenn die Palastsanierung beendet ist“, so Dubrau. Der Bezirk müsste die bau- und denkmalrechtlichen Genehmigungen und die auf Sondernutzung öffentlichen Straßenlandes erteilen.

Auch bei der Stadtentwicklungsbehörde – die für die luft- und die entwicklungsrechtliche Genehmigung zuständig ist – hält man nichts von der Idee, den Ballon an den Schlossplatz zu verlegen. Petra Roland: „Ich denke nicht, dass wir dem angesichts des historischen Umfelds des Platzes zustimmen würden.“ Den Wunsch der Betreiber, den Ballon weiterhin in Mitte aufsteigen zu lassen, könne man jedoch verstehen, sagte Strieders Sprecherin – und brachte einen dritten Standort ins Spiel: den Alexanderplatz.

Was im Bezirk allerdings einige Überraschung auslöste: „Darüber ist noch nie diskutiert worden“, sagte Stadträtin Dubrau. Auf erste Sicht hält sie auch dies jedoch für nicht realisierbar. „Da hätte ich Sicherheitsbedenken. Immerhin fährt die Straßenbahn direkt über den Alex. Außerdem haben wir auf dem Platz schon heute zwei bis drei Großveranstaltungen pro Woche.“

Das Bezirksamt habe den Ballonbetreibern stattdessen den großen Parkplatz zwischen Alexanderstraße und Stadtbahn angeboten. Doch das hätten diese zunächst ebenso abgelehnt wie eine Verlegung auf das Gelände des ehemaligen Stadions der Weltjugend oder an den Nordbahnhof.

Das Unternehmen selbst äußerte sich am Montag nur verhalten. Es werde im Oktober die nötigen Genehmigungen beantragen. Für welchen Ort? Das werde man sehen, sagte ein Sprecher, „wir sind ja sehr beweglich“. Kurz nach dem Jahreswechsel solle der Ballon dann wieder steigen. Holger Wild

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