Ausstelllung : Mit Krigar in Kenia

von
Mike Wolff
Mike Wolff

Ein Mann sitzt vor seiner Hütte und webt einen gelben Stoff, im Hintergrund ein Junge, vielleicht sein Sohn; ein Spiel aus dicken Pinselstrichen, warmen Farben und Schattierungen. „Der Weber“ ist eines der Bilder des Berliner Malers André Krigar, die während seines Aufenthalts in Kenia im Februar entstanden sind.

„Das Klima, das Licht und besonders die Menschen, all das war ganz anders als zu Hause“, erzählt Krigar. Das Ministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zeigt in seinen Räumen in der Stresemannstraße 94 bis 17. Mai (nahe Anhalter Bahnhof, täglich 9 bis 18 Uhr) neben Werken Krigars auch Bilder anderer Künstler, die im Rahmen des Lamu Painters Festivals entstanden sind.

Auf Lamu, einer Insel vor der Küste Kenias, fand im Februar bereits zum zweiten Mal ein dreiwöchiges Treffen europäischer und afrikanischer Maler statt, initiiert und organisiert vom Hamburger Kunstsammler Herbert Menzer. „Im Mittelpunkt stand die Pleinairmalerei, also das Malen im Freien“, erklärt der gebürtige Kreuzberger Krigar. „Das Besondere daran ist, dass der Maler selbst mitten im Geschehen steht und alle Eindrücke unmittelbar ins Bild einfließen, etwa wenn sich eine Wolke vor die Sonne schiebt oder wenn man schwitzt, und natürlich laufen überall Leute rum.“ Dadurch entwickeln die Bilder eine ganz eigene Dynamik.

Krigars Hauptwerk bleibt aber die Stadtmalerei, nicht nur Berlin, auch Hamburg, Paris und Toronto standen ihm bereits Motiv. Überhaupt ist der 60-Jährige, der nach Stationen in Steglitz, Wedding und Wilmersdorf inzwischen in Lichterfelde lebt, viel unterwegs: In diesem Jahr stehen Projekte in den Niederlanden, Sizilien und Kanada an. Seine Heimat- und Lieblingsstadt vernachlässigt er dabei aber nicht: Die Galerie Classico in Steglitz zeigt in diesem Jahr rund 70 Berlin-Bilder von Krigar.

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