Ausstellung : Alliierten-Museum will 2014 in Tempelhof öffnen

Die Dauerausstellung über den Kalten Krieg möchte in den alten Airport ziehen Kulturverwaltung und das Deutsche Historische Museum wollen helfen.

Cay Dobberke

Der vom Alliierten-Museum in Zehlendorf erhoffte Umzug in den Flughafen Tempelhof wird immer wahrscheinlicher. Am Donnerstag stellte Direktor Helmut Trotnow, der zum Jahresende in den Ruhestand geht, ein Memorandum zur Zukunft des 15 Jahre alten Museums vor. An der Clayallee gebe es zu wenig Platz, sagte Trotnow, während in Tempelhof vor allem der Hangar 7 mit rund 7000 Quadratmetern Fläche geeignet scheine. Außerdem passten das Museum und der Flughafen als historischer Ort der Berliner Luftbrücke bestens zusammen.

So sehe es auch der Senat, sagte der Gedenkstättenreferent der Kulturverwaltung, Rainer Klemke. Seit wenigen Tagen liege zudem eine Machbarkeitsstudie der Berliner Immobilien Management GmbH vor. Bis Mitte 2010 will Trotnows Nachfolgerin, die Hamburger Kuratorin Gundula Bavendamm, ein Konzept erstellen. Finanziert wird das Museum von der Bundesregierung. Deren Zustimmung gilt als wahrscheinlich, soll formal aber erst eingeholt werden, wenn die Kosten absehbar sind. Ein Umzug sei aber erst nach rund vierjähriger Vorbereitung möglich, hieß es – also frühestens 2014. Laut Trotnow wäre eine Verdreifachung der Personalzahl nötig. Derzeit gibt es sechs Mitarbeiter, der Jahresetat beträgt 1,2 Millionen Euro. Für kleinere Exponate und das Lager wünscht sich Trotnow einen Neubau neben dem Hangar.

In Zehlendorf sei das Museum „an seine Grenzen gestoßen“, betonte Hans Ottomeyer, Vorsitzender des Trägervereins und Präsident der Stiftung Deutsches Historisches Museum. Zu den 30 000 Stücken der Sammlung zählen 23 Großobjekte aus Zeiten des Kalten Krieges, von denen bisher nur wenige gezeigt werden können. Auf dem Freigelände stehen ein britisches Hastings-Flugzeug, der Restaurantwaggon eines französischen Militärzugs, das Wachhäuschen der US-Armee vom Checkpoint Charlie sowie ein Stück Berliner Mauer und ein DDR-Grenzwachturm. Doch Wind und Wetter setzen diesen Exponaten zu, das Flugzeug wurde im Vorjahr für 250 000 Euro restauriert.

Im Flughafen sind bereits viele Objekte eingelagert, die nach einem Umzug für jedermann zu sehen wären – darunter Militärfahrzeuge, ein US-Hubschrauber und ein Rias-Lautsprecherwagen. Außerdem will das Deutsche Historische Museum Exponate beisteuern.

Das Museum würde in Tempelhof zum „Ankermieter“ und könne „zur Entwicklung eines neuen Stadtzentrums beitragen“, sagte Gedenkstättenreferent Klemke. „Wer einen Flughafen besucht, will auch das Flughafengefühl erleben.“ Das hätten bereits die Macher der Modemesse Bread & Butter erkannt, die große Teile des Areals nutzt: Auf Wunsch der Organisatoren habe das Alliierten-Museum dort während der Messe eine Ausstellung gezeigt. Im Übrigen habe der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) stets betont, dass trotz der Modemesse noch Raum für das Museum bleiben müsse.

Für den Standortwechsel sprach sich jetzt auch der SPD-Außenpolitiker Karsten Voigt im Namen des internationalen wissenschaftlichen Beirats aus. Der Einladung ins Museum waren zudem Vertreter der amerikanischen, der britischen und der französischen Botschaft gefolgt. Denn die West-Alliierten gehören zu den Trägern der Dauerausstellung. Direktor Trotnow fasste seine Hoffnung so zusammen: Aus einem „Rohdiamanten“ könne „ein schönes Schmuckstück werden“.

Informationen im Netz:

www.alliiertenmuseum.de

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