Ausstellung : Glänzende Aussichten für die City-West

Eine Milliarde Euro möchte der Senat in den nächsten Jahren in die City-West investiert sehen. Eine Ausstellung im Amerika-Haus zeigt Pläne und Verbesserungsvorschläge für das Stadtbild.

Christian van Lessen
City West
Zur Probe. Die Wall-AG tauchte am Montag die City-West in Licht. -Foto: Lässig

Mehr als eine Milliarde Euro könnte in den nächsten Jahren in die City-West investiert werden. Davon ist die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung überzeugt, die am Dienstag eine Ausstellung über die City-West im Amerika-Haus eröffnete. Durch Projekte wie das Zoofenster-Hochhaus, den Neubau auf dem einstigen Schimmelpfeng-Grundstück am Breitscheidplatz und das Aussichtsrad werde die City neue Impulse erhalten.

Noch stehen viele gute Wünsche auf dem Papier. Die City-West muss gerade um den Hardenbergplatz herum attraktiver werden. Urbanität soll bewahrt und gestärkt, das Erscheinungsbild verbessert werden. Die Schau „City-West: Positionen, Potenziale, Perspektiven (Hardenbergstraße 22, täglich 10 bis 18 Uhr, freier Eintritt) weist unter anderem auf „Brüche und Barrieren im Stadtbild“ hin und nennt als eine „Schwäche, dass die City-West dem Tiergarten quasi den Rücken zukehrt“. Weitergehende Schlüsse, wie sie beispielsweise das Architekturbüro Graft gezogen hat („Zoo verlegen“), werden nicht debattiert.

City-Leitlinien sollen in einer Lenkungsgruppe mit den Bezirken, der IHK, der AG City etwa Mitte Dezember formuliert werden. Die Veranstaltung ist, wie Senatsbaudirektorin Regula Lüscher sagte, eine Werkausstellung, die stets erweitert werden kann. Zumindest bis zum Jahresende wird das Haus als Forum für City-West-Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Der städtische Liegenschaftsfonds, der eine Ausschreibung des Grundstücks vorbereitet, hält eine Verlängerung bis Mitte 2009 für möglich.

Klaus-Jürgen Meier, Vorstandsvorsitzender der AG-City, hofft, dass die Ausstellung mindestens für drei Jahre zu einer festen Einrichtung werden könnte, zu einem Forum für die Entwicklung der City-West. Der Senat müsse endlich über die Zukunft des Gebäudes entscheiden. Das Haus gehörte bis 2006 zur amerikanischen Botschaft, wurde dann an die Stadt zurückgegeben und stand lange leer. Die Bundeszentrale für politische Bildung, die hier eine 68er-Ausstellung zeigte, war vorübergehend an dem Haus interessiert. Meier blickte gestern vom Savignyplatz in die Kantstraße Richtung Gedächtniskirche. Ihn faszinierte die Straßenschlucht, die sich vor dem Breitscheidplatz zwischen zwei Hochhäusern bildete – im Modell. Es ist Kernstück der Ausstellung und wurde von der TU gebaut, die nötigen 50 000 Euro kamen durch Gelder der Investoren Bayerische Bau- und Immobiliengruppe (Bikini-Haus), EH Estate Frankfurt (Schimmelpfeng-Grundstück) und Harvest United Enterprise Abu Dhabi (Zoofenster) zusammen.

Mit deren Leuten machte Meier gerade eine Baustellenbesichtigung. Im August, wenn vier Tiefetagen fertig seien, werde es richtig in die Höhe gehen.

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