Ausstellung in Berlin : Wie Berliner Künstler wohnen

Die französische Fotografin Dominique Nabokov lichtete die Wohnzimmer von Berliner Künstlern ab. Noch bis zum fünften Mai sind ihre Bilder im Institut Français in Berlin zu sehen.

Emilie Brummel
Fremde Zimmer. Dominique Nabokov fotografiert die Wohnzimmer von Künstlern.
Fremde Zimmer. Dominique Nabokov fotografiert die Wohnzimmer von Künstlern.Foto: Dominique Nabokov

„In New York geht alles, in Paris dominiert das Bourgeoise und in Berlin ist Vieles noch im Entstehungsprozess.“ Die französische Fotografin Dominique Nabokov muss es wissen. Seit 1998 hat sie zahlreiche Wohnzimmer von Künstlern in ihren drei Lieblingsstädten fotografiert. Ausgestellt wurden die Porträts in Galerien und Museen, für die Paris- und New York-Motive gibt es schon zwei Bildbände. Der Berlin-Bildband ist allerdings noch in Arbeit, umso mehr lohnt sich ein Besuch in der bis zum 6. Mai laufenden Ausstellung „Berlin Living Rooms“ im Institut Français auf dem Kurfürstendamm.

Warum gerade das Wohnzimmer? „Weil es ein Abbild dessen ist, wie sich Menschen der Welt präsentieren möchten, ähnlich wie mit ihrer Kleidung.“ In Berlin fiel es Nabokov schwerer als in New York und Paris, das Projekt umzusetzen, da sie nur zeitweise in den 60ern und 70er Jahren mit ihrem Ehemann, dem Komponisten Nicolas Nabokov, in der Stadt gewohnt hatte. Aber auch später kam die Fotografin mehrfach für Foto-Reportagen nach Berlin. „Ich liebte die Stadt.“ Und das tut sie noch immer. „Dies ist einer der begehrtesten Plätze in der westlichen Welt“, sagt sie.

Nur Berliner Wohnzimmer fotografierte Nabokov Schwarz-Weiß

Mit der Kamera besuchte Nabokov etwa die Berliner Wohnzimmer der Autorin Jenny Erpenbeck, des Filmemachers Volker Schlöndorff, des Künstlers Douglas Gordon. Die Bewohner selbst sind nicht auf den Bildern zu sehen. Sie fotografierte in Schwarz-Weiß – den Farben, in denen sie die Stadt wahrnimmt. „Beeinflusst wurde ich von Filmen aus den 30er und 40er Jahren und Arbeiten des Berliner Fotografen Erich Salomon.“

Ein Foto-Essay, den sie 1995 im New York Magazine sah, inspirierte Nabokov: 18 Polaroids, auf denen Living Rooms abgebildet waren. „Dieses Projekt wollte ich weiterführen, ich entschied mich also zunächst, das kulturelle New York zu fotografieren.“ Ist das Projekt mit den Berlin-Bildern beendet? Eigentlich, erzählt Nabokov, habe sie es mit Los Angeles abschließen wollen. „Aber dort habe ich nie gewohnt.“ Darum endet die Reihe mit Berliner „Living Rooms“.

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