Berlin : Ausstellung über Berlin nach der Stunde Null

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„Berlin kommt wieder, das ist das Lied, das jeder singt“, trällerte 1946 Brigitte Mira im „Kabarett der Komiker“. Das Notenblatt des Liedes ist Teil einer Ausstellung, in der das Landesarchiv die ersten beiden Nachkriegsjahre dokumentiert, mit Fotos, Briefen, Protokollen, Plakaten, Zeitungen, Wahlzetteln, Lebensmittelkarten und anderen Zeugnissen.

Bilder zeigen die Straßen wie gefegt, so verlangten es die Besatzungsmächte. In den Ruinen links und rechts hatten sich Ausgebombte und Flüchtlinge eingerichtet. Nach allem musste man anstehen – nach Wasser, Lebensmitteln, Kleidung, selbst auf dem schwarzen Markt. Kohldampf schiebend versuchte man im Kino oder Theater den Alltag zu vergessen. Ausgestellt sind Fotos von Flüchtlingen, die keiner aufnehmen will, und Bilder von „Magistratskühen“, die in städtischen Anlagen weiden durften, weil man die Milch für Bedürftige brauchte. Gezeigt wird auch die Entnazifizierungsakte des der Kollaboration mit dem NSRegime bezichtigten Dirigenten Wilhelm Furtwängler. Ein paar Vitrinen weiter kann man sich in Erstausgaben von Zeitungen vertiefen. Auch der Tagesspiegel liegt aus, vom 27. September 1945. HC

„Berlin kommt wieder“, bis 3. September, Landesarchiv, Eichborndamm 115-121 in Reinickendorf, Di bis Do 9-18 Uhr, Mo und Fr 9-15 Uhr, Katalog 13 Euro.

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