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Ausstellung von Karl Lagerfeld : Chanel in der U-Bahn

22.11.2012 10:53 UhrVon Ronja Spiesser
Ein Mann und seine Musen. Karl Lagerfeld wurde am Dienstagabend selbst zur Ausstellungseröffnung erwartet – natürlich mit Sonnenbrille und Chanel-Anzug. Foto: ReutersBild vergrößern
Ein Mann und seine Musen. Karl Lagerfeld wurde am Dienstagabend selbst zur Ausstellungseröffnung erwartet – natürlich mit Sonnenbrille und Chanel-Anzug. Foto: Reuters - Foto: REUTERS

Die um die Welt tourende Chanel-Ausstellung „The Little Black Jacket“, eine Hommage an „die kleine schwarze“ von Coco Chanel, kommt jetzt nach Berlin - in einen leerstehenden U-Bahn-Tunnel.

Das „Kleine Schwarze“ ist ein Muss im Schrank einer jeden Frau, die modisch etwas auf sich hält: ein schwarzes, kurzes Kleid, meist aus Chiffon oder Viskose, das Coco Chanel 1926 in der Vogue als eine „Uniform für alle Frauen mit Geschmack“ bezeichnete. Doch es muss nicht immer ein Kleidchen sein, eine Jacke tut es manchmal auch. Und die kleine schwarze Jacke ist Uniform für unisex.

Karl Lagerfeld, 79, seit 1984 Chefdesigner bei Chanel, hat diesem Jäckchen nun ein Buch mit 232 Seiten gewidmet. Die dazugehörige Ausstellung „The Little Black Jacket“ wurde am Dienstagabend im ungenutzten U-Bahntunnel & Bahnhof der U3 am Potsdamer Platz eröffnet.

Ab Freitag ist sie dann für alle Berliner geöffnet.

Die 113 Fotos, von Karl Lagerfeld selbst aufgenommen, drehen sich alle um dieses eine, zeitlose Kleidungsstück. Die Chanel-Jacke ist heute noch genauso geschnitten, wie Coco Chanel sie einst entworfen hat. So wie sie bereits von Modediven wie Jackie Kennedy, Romy Schneider und Marilyn Monroe getragen wurde: Kettchen im Saum, kleine Taschen an den Seiten und vorne die klassischen Knöpfe.

Die Bilder Karl Lagerfelds beweisen allerdings, dass die Jacke selbst sehr wandelbar ist: Jede der Fotografien präsentiert das Jäckchen anders, wenn auch der Stil der Fotos in Schwarz-Weiß immer gleich bleibt. Etwa ein Kanye West zeigt, dass Hip-Hop auch zu Chanel-Klassik passt. Model Elisa Sednaoui bringt ein Ballerina-Tutu mit dem Jäckchen zusammen. Auch Sarah Jessica Parker ist als Chanel-Fan und Modeikone auf einem der Fotos zu sehen, die Jacke in der Luft wirbelnd. Das Model Joan Smalls hat sich gleich eine dreifache Ausführung des Modestücks überlegt: Sie trägt die Jacke als Hut, als Bustier und als Rock.

Natürlich kramten viele geladene Damen zur Eröffnung ihre Chanel Accessoires aus, Täschchen, Schuhe, Haarreifen, Schmuck – und stiegen damit in die Unterwelt hinab. In einem schwarzen Pavillon gegenüber der gerade eröffneten „Winterwelt“ geht’s auf der Rolltreppe hinunter zum Kunstspaziergang im teils magisch rot und blau ausgeleuchteten Schacht. Modemeister Karl Lagerfeld kam erst nach 22 Uhr höchstpersönlich zur Vernissage, hager, im schwarzen Anzug, natürlich Chanel, mit Sonnenbrille und Pferdeschwanz. Mit dabei auch die Models Elisa Sednaoui und Laetitia Casta, die Schauspielerinnen Meret Becker, Hannah Herzsprung, Muriel Baumeister und Moderatorin Charlotte Roche.

Die Ausstellung ist ab Freitag bis zum 14. Dezember im „U3 Bahnhof & Tunnel“ am Potsdamer Platz 1 (Zugang über Leipziger Straße) zu sehen. Mo-Fr 11-19 Uhr, Do bis 22 Uhr; Sa-So 11-20 Uhr, der Eintritt ist frei. Das Buch: „The Litte Black Jacket: Chanel’s classic revisited by Karl Lagerfeld and Carine Roitfeld“ kostet 78 Euro.

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