• Ausströmendes Gas verursacht in vielen Bezirken massive Baumschäden - 167 Fällungen in Wilmersdorf

Berlin : Ausströmendes Gas verursacht in vielen Bezirken massive Baumschäden - 167 Fällungen in Wilmersdorf

CD

Ausströmendes Erdgas verursacht weiterhin erhebliche Baumschäden in vielen Bezirken. Allein in Wilmersdorf sollen bis Jahresende 167 Straßenbäume gefällt werden. Als mehr oder weniger schwer geschädigt hat ein Gutachter im Auftrag des Bezirksamts und der Gasag sogar 449 Bäume eingestuft. In bisher 334 Fällen erkannte die Gasag einen Schadensersatzanspruch an. Wenn aus Gründen der Standsicherheit eine Fällung geboten scheint, erstattet das Unternehmen die Kosten für junge Ersatzbäume. Im laufenden Jahr sind noch 100 Neupflanzungen geplant.

Die Schäden verteilen sich laut Bauamtsleiter Axel Kirchner recht gleichmäßig, die in den nächsten Tagen beginnenden Fällungen seien daher "einigermaßen erträglich". Zu den Schwerpunkten gehören die Landhausstraße, wo vier Bäume weichen müssen, die Uhland- und Güntzelstraße mit je drei betroffenen Bäumen sowie die Emser, Düsseldorfer und Joachim-Friedrich-Straße, wo die Motorsäge an je zwei Bäume angelegt wird.

Bereits in den vergangenen Jahren wurden etwa 100 gasgeschädigte Bäume in Wilmersdorf gefällt, vor allem in der Emser und Düsseldorfer Straße. Im Westen Berlins ist der Bezirk besonders stark betroffen. Noch größere Probleme gibt es aber in Prenzlauer Berg, Friedrichshain, Mitte und anderen östlichen Stadtteilen, weil dort einige Jahre früher auf Erdgas umgestellt wurde. Das Berliner Pflanzenschutzamt erwartet, dass noch einige tausend Bäume absterben werden.

Das Gas entweicht aus lecken Hanfdichtungen alter Rohre. Erdgas strömt mit deutlich höherem Druck durch die Rohre als Stadtgas und trocknet die Dichtungen auch stärker aus. Im Erdreich kann sich das Gas lange halten und die Baumwurzeln verkümmern lassen. Die Gasag ist seit längerem damit beschäftigt, Rohre neu abzudichten.

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