Berlin : Auszeichnung für beste Zeitzeugen Über 100 Teilnehmer bei Schreibwettbewerb

Liva Haensel

Zeit der politischen Anspannung, Zeit der großen Gefühle: Von 1960 bis 1970 entstanden in Berlin durch den Mauerbau zwei Gesellschaftssysteme, die fortan das Leben in der Stadt maßgeblich bestimmten. Doch was erlebten Menschen persönlich in dieser Zeit und was prägte damals ihr Leben in Berlin und Brandenburg? Diesem Thema hat sich die Jury des diesjährigen Zeitzeugenpreises Berlin-Brandenburg gewidmet. „Schreiben Sie ihre Geschichte!“ hieß die Aufforderung des Schreibwettbewerbes „Zeitzeugenpreis“ des Frieling-Verlages im vergangenen Jahr, der mehr als 100 Menschen folgten.

Die Sieger wurden gestern Abend im Roten Rathaus geehrt. Der ehemalige Versicherungsdirektor Peter Schüler (70) aus Oranienburg hat in seinem Zeitzeugenbericht „Goliath und seine Träume“ seinem Professor, einem kleinen Mann in Prenzlauer Berg, ein ehrendes Andenken bewahrt. Die tragische Geschichte überzeugte die Jury – ihr gehören unter anderem der Innenminister des Landes Brandenburg Jörg Schönbohm sowie Andreas Ludwig vom Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR an. Daneben gibt es auch einen Preis für Jürgen Friedenberg (2. Platz) sowie für Kristin Bochröder/Jenny Schon (jeweils 3. Platz). Wichtigste Themen in den Erzählungen seien Liebesgeschichten, Trennungen und berufliche Veränderungen durch den Mauerbau gewesen, sagt Susanne Giensch vom Frieling-Verlag.

Alle Gewinner können ihr Talent auch künftig unter Beweis stellen: Sie haben die Möglichkeit, weitere Erzählungen zu veröffentlichen. Preisträger Schüler erhält zudem eine wertvolle Skulptur: Das „Buch der Erinnerungen“ des Metallkünstlers Achim Kühn. Die Zeitzeugenberichte der Gewinner erscheinen unter dem Titel „Glückssuche im Schatten der Mauer“ im Juni im Buchhandel. Ein ausführlicher Bericht über die Preisverleihung erfolgt in der morgigen Ausgabe.Liva Haensel

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