Berlin : Auszeichnung für Pfadfinder der Integration

Reuter-Stiftung ehrt zwei Migrantenprojekte

Die Helga-und-Edzard-Reuter-Stiftung hat zwei Berliner Institutionen ausgezeichnet, die sich seit vielen Jahren der Integration von Migranten widmen. An den Palästinenser Hamad Nasser und seinen Nachbarschaftstreff Steinmetzstraße in Schöneberg gingen 15 000 Euro. Den gleichen Betrag erhält der Verein Oase Pankow mit seiner „Oase Berlin“. Beide Institutionen dienen, so die Stifter des Preises, Migranten jeden Alters als vielfältige „Ratgeber, Deutschlehrer und moralische Instanz“.

In seiner Festansprache bei der Preisverleihung im Max-Liebermann-Haus am Brandenburger Tor bezeichnete Wolf Lepenies integrierte Menschen mit Migrationshintergrund als Pfadfinder, die vorlebten, dass man ohne Zwang Spielregeln folgen könne, die einem einstmals fremd waren. 40 Prozent der in Berlin lebenden Migranten sind jünger als 18 Jahre, sagte Lepenies. Wären sie gut ausgebildet, hätten sie beste Karrierechancen und würden zur Lösung aller demografischen Probleme beitragen. Da ihnen aber genau diese Voraussetzung fehlt, werden sie selber zum Problem.

Die Vorsitzende der Stiftung Brandenburger Tor, die CDU-Bundestagsabgeordnete Monika Grütters, bezeichnete in ihrer Begrüßung das Tor als das Symbol der deutschen Einheit, das jedes weitere Denkmal zu diesem Thema überflüssig mache.

Die Helga-und-Edzard-Reuter-Stiftung ehrt Projekte der Völkerverständigung. Die Preise werden immer in Berlin vergeben, 2009 zum sechsten Mal. (apz)

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