Berlin : Auszug aus den Villen Münchner Architekt gewinnt Wettbewerb

für Erweiterungsbau an der Freien Universität

Alexander Schäfer

Byzantinistik, Iranistik, Turkologie – drei von 17 „Orchideenfächern“ des geisteswissenschaftlichen Fachbereichs der Freien Universität (FU), die bald eine gemeinsame Bibliothek erhalten sollen. Preisträger des Wettbewerbs für den Bau des neuen Komplexes, bei dem Rost- und Silberlaube architektonisch durch weitere Seminarräume ergänzt werden, ist der Münchner Architekt Florian Nagler. Mittwochmittag nahm Nagler den mit 30 000 Euro dotierten Preis entgegen.

„Eine heitere und menschliche Atmosphäre soll der Neubau ausstrahlen“, erläuterte Nagler sein Konzept. Ein zentraler Campus soll entstehen, ein „Platz des freien Geistes“. Zusammen mit dem Mitte September eröffnenden philologischen Bibliotheksneubau von Architekt Sir Norman Foster soll das Gebäude zum neuen Wahrzeichen der FU werden. Der zweigeschossige Erweiterungsentwurf fügt sich harmonisch an die bestehende wabenförmige Struktur des FU-Hauptgebäudes an.

„Zweck des Neubaus ist ein Zusammenwachsen zu einem Uni-Campus“, erklärte FU-Präsident Dieter Lenzen. Auch die verwirrenden Raumbezeichnungen von Rost- und Silberlaube sollen wegfallen. „Ein Leit- und Orientierungssystem ist geplant“, kündigte der Leiter der Bauplanung, Martin Schwacke, an.

Durch den Neubau sollen viele Zehlendorfer Villen, in denen die einzelnen Institute zur Zeit sitzen, verkauft werden. „Mit dem Geld wollen wir den Neubau mitfinanzieren“, erklärte Dieter Lenzen. Baustart könnte Sommer 2006 sein. Doch die komplette Finanzierung mit Bund- und Landesmitteln ist noch nicht gesichert, wie Lenzen betont.

Aufgabe des Wettbewerbs war es, auf einer Fläche von knapp 10 000 Quadratmetern Räume für Lehre und Forschung zu schaffen. Von 303 Bewerbern wurden zwölf Teilnehmer durch ein unabhängiges Gremium ausgewählt. Über die elf eingereichten Wettbewerbsarbeiten entschied ein Preisgericht unter dem Vorsitz des Berliner Architekten Volker Staab. Die Entwürfe können bis zum 29. Juni wochentags von 11 bis 20 Uhr in der alten FU-Cafeteria, Otto-von-Simson-Straße 26, besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

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