Auto-Anschlagsserie : Mutmaßliche Brandstifter bislang nicht polizeibekannt

In der Ibsenstraße in Prenzlauer Berg fassten Beamte eine 27-Jährige und einen 23-Jährigen. Ob sie auch für weitere Brände als Täter infrage kommen, ist bisher unklar.

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In Mitte brannte dieses Auto, unter dem Fenster des Fotografen.Weitere Bilder anzeigen
Foto: Enrico Vogler
30.08.2011 15:00In Mitte brannte dieses Auto, unter dem Fenster des Fotografen.

Wieder brannten in der Nacht zu Dienstag zwei Autos - doch diesmal nahm die Polizei zwei Tatverdächtige fest. Ein 27-jähriger Mann und eine 23-jährige Frau wurden am frühen Morgen in der Nähe eines brennenden Fahrzeugs aufgegriffen. Ein aufmerksamer Anwohner der Ibsenstraße in Prenzlauer Berg hatte zuvor gegen 5.25 Uhr „zwei verdächtige Personen beobachtet, die sich auffällig für einen BMW interessierten und um das Auto liefen“, hieß es bei der Polizei. Als er kurz darauf das Auto in Flammen stehen sah, alarmierte er die Polizei. Dank einer detaillierten Personenbeschreibung gelang es den Beamten, in der Ibsenstraße, Ecke Bergener Straße, Matthias T. und Anja J. festzunehmen.

„Sie werden vom Staatsschutz vernommen“, sagte ein Polizeisprecher. Ob sie auch für weitere Brände als Täter infrage kommen, ist bisher unklar. Das Paar soll bislang nicht polizeibekannt sein. Matthias T. wohnt in Mitte nahe dem Alexanderplatz. Seine Freundin ist nicht in Berlin gemeldet. Unweit der Wohnanschrift des Tatverdächtigen hatte in derselben Nacht bereits gegen 2.30 Uhr ein Mercedes in der Karl-Marx-Allee in Höhe der Jacobystraße gebrannt. „Wir haben bislang keinen Anhaltspunkte dafür, dass die beiden Verdächtigen weitere Brandstiftungen begangen haben“, sagte ein Polizeisprecher.

Friedhof der ausgebrannten Autos
In einer Halle in Schöneberg sammelt die Polizei die ausgebrannten Autos der vergangenen Monate. Eine Bildergalerie.Weitere Bilder anzeigen
1 von 24Foto: Henning Onken
19.08.2011 08:01In einer Halle in Schöneberg sammelt die Polizei die ausgebrannten Autos der vergangenen Monate. Eine Bildergalerie.

In der Wohnung des festgenommenen Matthias T. fand nach Aussage von Anwohnern bereits am Mittag eine Hausdurchsuchung statt. Nachbarn aus dem verwitterten Plattenbau berichten, dass der 27-Jährige und seine Freundin schon öfter negativ aufgefallen seien. „Die beiden sahen immer sehr schmuddelig und ungepflegt aus“, sagte ein Hausbewohner. Häufig sei das Pärchen spät nachts betrunken nach Hause gekommen und habe viel zu laut Musik in der Einzimmerwohnung abgespielt. Tagsüber hätten die beiden aber immer freundlich im Treppenhaus gegrüßt. Seit knapp drei Jahren soll das Paar in dem zehnstöckigen Gebäude wohnen. Die Wohnung steht jedoch offensichtlich seit knapp einer Woche leer. „Da kamen dunkel gekleidete junge Leute und haben alles rausgetragen“, erzählt ein Nachbar.

Lesen Sie auf Seite 2, welche Kosten die Polizeieinsätze wegen der Autobrände bisher verursacht haben.

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