Auto demoliert : Peter Doherty stottert Strafe in Raten ab

500 Euro im Monat zahlt der britische Musiker an die Berliner Landeskasse – wahrscheinlich bis 2016. Er hatte 2009 ein Auto in Kreuzberg demoliert.

von
Knapp bei Kasse. Trotz seiner ausverkauften Konzerte kann Musiker Peter Doherty seine 30 000 Euro Geldstrafe offenbar nur in Raten bezahlen. Foto: dpa
Knapp bei Kasse. Trotz seiner ausverkauften Konzerte kann Musiker Peter Doherty seine 30 000 Euro Geldstrafe offenbar nur in Raten...Foto: dpa

Als Sänger der Babyshambles und Frontmann der Libertines ist Peter Doherty bekannt geworden, außerdem ist er als Solokünstler erfolgreich – und dennoch hat der Brite offenbar nicht so viel Geld, wie man meinen könnte. Doherty, der kürzlich seinen 33. Geburtstag feierte, schuldet dem Land Berlin seit rund drei Jahren 30 000 Euro. Aber anstatt die Geldstrafe aus der Portokasse seiner meist ausverkauften Konzerte zu zahlen, stottert Doherty die Summe in vergleichsweise kleinen Beträgen ab. Wie am Donnerstag bekannt geworden ist, zahlt der Musiker seit Dezember vergangenen Jahres jeden Monat 500 Euro an die Landeskasse. Die Staatsanwaltschaft und der Berliner Anwalt von Doherty, Simon Bergmann, bestätigten das.

Hintergrund der Ratenzahlung ist ein langer Abend in Kreuzberg gewesen. Am 5. Dezember 2009 hatte der Rocker in der Kreuzberger Kneipe „Trinkteufel“ das Ende seiner damaligen Deutschlandtournee gefeiert. Der Trinkteufel ist eine Eckkneipe in der Naunynstraße, die im Kiez und bei kulturaffinen Touristen gleichermaßen beliebt ist. Doherty trank dort offenbar mehr als zwei, drei Bier. Nach dem Besäufnis schwankte er am frühen Morgen auf die Straße und demolierte dort ein parkendes Auto. Polizisten nahmen den Musiker vorläufig fest und brachten ihn für drei Stunden auf die Polizeiwache am Checkpoint Charlie. Im Juni 2010 hat Doherty dafür einen Strafbefehl der Berliner Staatsanwaltschaft bekommen, der ihm auf die britische Insel geschickt wurde.

Wie üblich wurden dabei Tagessätze, die sich am Einkommen orientieren sollen, als Strafe verhängt, im Fall des Musikers 30 mal 1000 Euro. Sollte Doherty das Geld nicht innerhalb der üblichen Frist überweisen, drohten ihm die Behörden 30 Tage Ersatzhaft an. Die dritte Möglichkeit, die Strafe statt mit Geld lieber mit gemeinnützigen Arbeitseinsätzen abzuleisten, hatte der Musiker nicht genutzt – Doherty als Ersatzgärtner im Einsatz für die Grünflächenämter wäre wahrscheinlich nicht nur ihm komisch vorgekommen. Die Ersatzhaft trat der Musiker ebenfalls nicht an, wochenlang war den Berliner Behörden nicht klar, ob er die Amtspost überhaupt erhalten hatte. Denn wo genau der Sänger eigentlich wohnt, wusste die Justiz nicht mit Sicherheit. Fakt ist: Doherty zahlte lange nicht, zwischendurch hatte ihn wegen anderer Vorwürfe die britische Justiz schon Geld und Zeit gekostet.

Mithilfe von Anwalt Bergmann konnten sich Doherty und die Justiz im vergangenen Jahr schließlich auf die aktuelle Verfahrensweise einigen. Sollte Peter Doherty in diesen Schritten weiterzahlen, ist er wohl erst in knapp fünf Jahren, im November 2016, seine Schulden bei der Hauptstadtjustiz los.

5 Kommentare

Neuester Kommentar