Auto in der Spree : Keiner hat's gemerkt

Andreas Conrad sah in zu vielen Filmen Autos in Gewässern versinken

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Zu nahezu jedem besseren Actionfilm gehört der spektakuläre Sturz eines Autos in ein stehendes oder fließendes Gewässer. Erinnert sei an James Bonds Lotus Esprit in „Der Spion, der mich liebte“, der sogar zum veritablen Kampf-U-Boot mutierte, oder auch an den Geländewagen, in dem Franka Potente zu Beginn von „Die Bourne Verschwörung“ den Filmtod stirbt. Ja, selbst Wim Wenders, kaum ein Krawallregisseur, mochte auf dieses Detail nicht verzichten und ließ für „Im Lauf der Zeit“ Hanns Zischler im VW-Käfer in die Elbe rasen.

So gerne man als Zuschauer derlei sieht: Wir müssen uns eingestehen, dass diese Stürze völlig unrealistisch dargestellt wurden. Ausnahmslos fanden sie vor Publikum statt, vor dem im Kinosessel sowieso, aber auch auf der Leinwand war stets jemand da, der den Vorfall bezeugen konnte. Nicht so in Berlin, wohlgemerkt im Regierungsviertel mit seinen zahllosen Objektschützern und Überwachungskameras – jedenfalls stellt sich der Durchschnittsbürger die Sicherheitslage so vor. Von wegen! Auch dort werden nachts die Bürgersteige hochgeklappt wie in einem x-beliebigen Provinzkaff, und es kann passieren, was will: Niemand kriegt was mit.

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