Autobahn 111 in Berlin : Haftstrafe für jugendliche Steinewerfer

86 Steine waren es, die an zwei Tagen im August und September 2010 auf die Autobahn in Tegel flogen. Dafür wurden nun zwei Jugendliche zu Haftstrafen von 20 und 24 Monaten verurteilt - aber nicht wegen Mordversuchs.

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Für die Taten waren nach Überzeugung des Landgerichts zwei damals 16-Jährige verantwortlich. Sie wurden am Donnerstag zu 20 und 24 Monaten Gefängnis verurteilt. Entgegen der Anklage sahen die Richter aber keinen Mordversuch. Die Jugendlichen wurden der gefährlichen Körperverletzung, der Sachbeschädigung sowie des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr schuldig gesprochen. Das Motiv sei wohl „Nervenkitzel“ gewesen.

Faustgroße Steine waren es, die auf die stark befahrene A 111 vor der Einfahrt in den Tunnel Ortsteil Tegel geworfen wurden. Die Frontscheibe eines Lastwagens wurde getroffen und splitterte leicht. „Ich sah nur einen Schatten von oben, ein Knall“, sagte der 34-jährige Fahrer am Rande des nichtöffentlichen Prozesses. „Das war ein Erlebnis, das man nicht mehr vergisst.“

Einer der Angeklagten, beide zuletzt ohne festen Wohnsitz und vorbestraft, war durch DNA-Spuren überführt worden. Er hatte in einem Heim für betreutes Wohnung in der Nähe der Autobahnüberführung gelebt. Vor Gericht gab er Würfe zu und belastete den Mitangeklagten, der geschwiegen haben soll. Aus Sicht der Richter war den Männern jedoch eine Tötungsabsicht nicht mit letzter Sicherheit nachzuweisen, hieß es. Der Staatsanwalt hatte dagegen für einen der Anschläge auf Mordversuch plädiert und zweieinhalb und drei Jahre Haft verlangt.

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