Berlin : Autobahntunnel 18 Monate zu

Röhren unter dem Flughafen Tegel werden ab Oktober saniert. Trotz Umleitungsstrecke erwarten die Planer große Verkehrsbehinderungen

Klaus Kurpjuweit

Eineinhalb Jahre wird es in der Stadt keine durchgehende Autobahn-Verbindung zwischen dem Norden und dem Süden geben. Mindestens 18 Monate lang bleibt der Flughafentunnel Tegel der A 111 von Ende Oktober an gesperrt, damit er saniert werden kann. 90 000 Autos sind hier täglich unterwegs. Die Planer erwarten große Staus in diesem Bereich. Die Sanierung des Tunnels, der undicht ist, wird 20 Millionen Euro kosten. Weitere 15 Millionen Euro sind für eine moderne Sicherheitstechnik vorgesehen, die der im Tiergartentunnel entsprechen soll. Das Geld kommt vom Bund.

Der nach Ansicht von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) außerordentlichen Herausforderung begegnen die Planer mit außergewöhnlichen Maßnahmen: Auf der Umleitungsstrecke werden alle Ampeln ausgeschaltet. Für Busse, Taxis, Radfahrer und Fußgänger wird extra eine Brücke gebaut. Fußgänger erhalten sogar einen zweiten provisorischen Brückenbau.

Die Arbeiten an der Behelfsbrücke beginnen bereits am 1. August. Sie entsteht an der Einmündung der A 111 (früher A 105) in den Kurt-Schumacher-Damm. Von ihm ist ein Abbiegen in dieser Bauphase nicht möglich. Ende Oktober wird dann der Tunnel gesperrt. Busse, Taxis, Radfahrer und Fußgänger, die vom Kurt-Schumacher-Platz kommen, können dann auf der Behelfsbrücke die Einmündung der A 111 überqueren, ohne den abbiegenden Verkehr zu behindern.

Der Nord-Süd-Verkehr soll über die A–111-Zufahrt und den Kurt-Schumacher-Damm auf zwei Spuren nach Süden fließen. Die Zufahrt vom Kurt-Schumacher-Damm aus wird gesperrt. So kann an der Einmündung der A 111 auf eine Ampel verzichtet werden, weil der Verkehr nur in eine Richtung fließt. Aus dem Süden bleibt die Spur Richtung Kurt-Schumacher-Platz dagegen geöffnet.

Um auf dem südlichen Abschnitt des Kurt-Schumacher-Damms den Verkehr aufnehmen zu können, werden hier die Querungsmöglichkeiten über die Robert-Schuman- und die Aristide-Briand-Brücke gesperrt. Auch hier gibt es dann keine Ampeln. Für Fußgänger wird eine Ersatzbrücke gebaut, die die gesamte Fahrbahn überquert. Das Verkehrskonzept ist gemeinsam mit dem ADAC und der Industrie- und Handelskammer (IHK) entwickelt worden.

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