Berlin : Autofahrerin an roter Ampel ausgeraubt Ermittler: Die Methode könnte Nachahmer finden

Tanja Buntrock

Die 45-jährige Frauke R. war mit dem Auto auf dem Weg in ihre Heimatstadt Lübeck, als sie am Freitag gegen 19.50 Uhr wegen einer roten Ampel an der Straße des 17. Juni Ecke Klopstockstraße warten musste. Plötzlich rissen zwei Männer die Beifahrertür auf und griffen sich die Wertgegenstände, die auf dem Sitz lagen: eine Geldbörse, ein Laptop und Geschäftsunterlagen.

Der Autofahrer, der hinter Frauke R. stand, reagierte sofort. Der 37-jährige sprang aus seinem Wagen und versuchte, den beiden Tätern den Fluchtweg zu versperren. Daraufhin bedrohten die Männer ihn mit einer Reizgassprühdose und einer Schreckschusswaffe. Der Mann brach die Verfolgung daraufhin ab – die Täter flüchteten in den Tiergarten. Besonders bitter für das Opfer ist der Verlust der Geschäftsdokumente. Die Frau arbeitet bei einem großen Unternehmen in Berlin. „Die Unterlagen, die jetzt im Besitz der Täter sind, sind für das Unternehmen sehr wichtig“, sagte ein Ermittler. So seien unter der Beute auch spezielle Code-Karten, mit denen elektronisch Türen geöffnet werden.

Ein Polizeisprecher sagte, dass ein solcher Raub besonders gefährlich sei, „weil damit die Unfallgefahr auch für andere Verkehrsteilnehmer erhöht ist“. Eine Serie von ähnlichen Taten sieht die Polizei noch nicht. Aber: „Dies ist eine neue Form des Raubes, die möglicherweise Schule machen könnte“, sagte ein Ermittler. Viele Autofahrer machten es den Räubern zu leicht, wenn sie Wertgegenstände auf dem Sitz deponierten, ohne die Türen zu verschließen. Zuletzt hatte die Polizei vor einer Bande von Algeriern gewarnt, die bei an der Kreuzung wartenden Autos einen Reifen zerstechen, um den Fahrer dann darauf hinzuweisen: Sobald er abgelenkt ist, klauen sie Wertsachen aus dem Wagen.

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