Berlin : Autohandel: Der Parkplatz ist kein Marktplatz

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Der Bezirk geht jetzt gegen den illegalen Autohandel auf dem Falkenseer Damm vor. Damit soll auch kriminellen Begleiterscheinungen vorgebeugt werden. Mit mehr als 200 Ordnungswidrigkeitsverfahren seit Jahresbeginn und dem vor vier Monaten gestarteten Einsatz von zwei Kontrolleuren des Tiefbauamtes wird gegen die Dauerparker vorgegangen. Gestern startete Baustadtrat Carsten Röding (CDU) die nächste Phase. Mit Handzetteln wurden die Autobesitzer informiert, dass ihnen bis zu 20 000 Mark Bußgeld drohen.

Nicht weniger als 43 Autos mit Verkaufsschildern - vom kleinen Fiat bis zum Wohnmobil - parkten gestern Mittag auf dem rund 200 Meter langen Teilstück des Falkenseer Dammes zwischen Falkenseer Platz und Flankenschanze. In den letzten Jahren hat sich dieser Abschnitt immer mehr in einen Markt verwandelt. Der Versuch der Bezirksverordnetenversammlung, den Autoverkäufern durch Halteverbote den Spaß zu verderben, scheiterte am Veto der Straßenverkehrsbehörde, die keine verkehrsbedingte Veranlassung für solche Restriktionen sah.

Durch verstärkte Kontrollen, bei denen auch eng mit der Polizei zusammengearbeitet wird, sollen jetzt die illegalen Verkäufer vertrieben werden. Denn sie blockieren nicht nur die Parkplätze der Anwohner. Nach dem Berliner Straßengesetz ist das Anbieten von Kraftfahrzeugen auf öffentlichem Straßenland verboten, wenn es in erheblicher Entfernung vom Wohnsitz des Halters sowie über einen längeren Zeitraum erfolgt.

Fünfhundert Mark sind die erste Buße in fahrlässigen Fällen, wird von Vorsatz ausgegangen, ist die doppelte Summe fällig. Für Wiederholungstäter wird es sogar noch um einiges teurer.

Die Anbieter auf dem Falkenseer Damm kommen aus ganz Berlin und dem Umland. Etwa zehn Prozent sind gewerbsmäßige Verkäufer, so die Erfahrung beim Tiefbauamt. Ein örtlicher Gebrauchtwagenhändler, der häufig gleich mit mehreren Autos vertreten ist, hat es bereits auf elf Anzeigen gebracht.

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