Berlin : B 1-Center: Die Bagger dürfen weiter neben der Dorfkirche wühlen

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Das B 1-Center an der Bundesstraße 1 darf weiter gebaut werden. Vom Verwaltungsgericht wurde gestern in einem Eilverfahren der Antrag der evangelischen Kirchengemeinde Mahlsdorf auf einen Baustopp zurückgewiesen. "Die Nachbarschaftsrechte der Kirche werden durch das Projekt nicht verletzt", so das Gericht.

Wie berichtet, entstehen auf einem rund 50 000 Quadratmeter großen Gelände zwischen Bundesstraße B1/5 und Hönower Straße ein Baumarkt mit Gartencenter sowie ein Möbelmarkt. Während eines Ortstermins wurden der Investorin, der Nova Projekt GmbH, allerdings mehrere Auflagen erteilt. Sie ist verpflichtet, eine drei Meter hohe Schallschutzmauer am Friedhof zu errichten und zu begrünen. Außerdem muss auf dem Gelände des künftigen Bau- und Möbelmarktes der Lieferverkehr ruhen, wenn auf dem benachbarten Friedhof eine Beerdigung stattfindet. Weiterhin soll die nördliche Fassade des geplanten Hochregallagers ebenfalls begrünt werden.

Der Rechtsanwalt der Kirchengemeinde, Gerhard Michael, wollte das Urteil gestern nicht kommentieren. "Wir prüfen es", sagte er kurz. Eine Entscheidung über das weitere Vorgehen müsse vom Gemeindekirchenrat getroffen werden. Pfarrer Ulrich Gastmann hatte vor der Verhandlung geäußert, er hoffe auf einen Kompromiss und darauf, "dass die Gebäude nicht ganz so hoch gebaut werden". Wie berichtet, wird die Dimension des Vorhabens von vielen Anwohnern kritisiert. Sie bemängeln, das die denkmalgeschützte Dorfkirche durch die "nüchternen Zweckbauten verdeckt wird". Auch die Standfestigkeit des Gotteshauses sei infolge der Bauarbeiten in Gefahr, argumentierten die Kirchenvertreter. Doch das Gericht verwies auf zwei Gutachten, in denen nachgewiesen wird, dass die Standfestigkeit der Kirche gegeben sei. Der Geschäftsführer der Nova Projekt GmbH, Wolfgang Hellwig, will trotz der Verzögerungen das B 1-Center im Mai nächsten Jahres eröffnen.

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