Berlin : Baby erstickt: Das Kind passte nicht in die Lebensplanung

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Eine 18-jährige Schülerin aus Hohenschönhausen hat während eines Ferienaufenthaltes in Thüringen ihr Neugeborenes getötet. Sie brachte den Jungen ohne Hilfe und unbemerkt von ihrer Mutter und Großmutter zur Welt, bedeckte ihn mit Handtüchern und steckte den Säugling anschließend in einen Plastiksack. Darin erstickte das Neugeborene. Den Sack verbarg die Heranwachsende in einem Schrank. Die Tat ereigete sich bereits am frühen Morgen des 27. Juli in dem 300-Seelen-Dorf Rockstedt bei Nordhausen. Entdeckt wurde das tote Kind aber erst zwei Tage später von der Großmutter, bei der sich die 18-Jährige gemeinsam mit ihrer Mutter aufhielt.

Nach der Geburt blieb die Schülerin zunächst im Bett und täuschte Übelkeit vor. Als die Oma sich am 29. Juli erneut nach dem Befinden ihrer Enkelin erkundigte, fand sie blutige Bettlaken. Daraufhin brach die junge Frau zusammen und gestand. Die Großmutter fuhr anschließend mit dem toten Säugling und ihrer Enkeltochter ins Kreiskrankenhaus in Sondershausen. Eine Obduktion der Säuglingsleiche ergab, dass das Kind bei der Geburt gelebt hatte. Das Amtsgericht Nordhausen erließ Haftbefehl wegen Totschlags gegen die junge Berlinerin. Sie wurde jedoch von der Untersuchungshaft verschont, muss sich aber regelmäßig in Berlin bei der Polizei melden.

Die Schwangerschaft war offenbar von den Angehörigen und Mitschülern der 18-Jährigen nicht bemerkt worden. Den Vater des Kindes habe sie bisher nicht genannt, sagte der leitende Oberstaatsanwalt Hans-Joachim Petri. Als Tatmotiv habe die junge Frau angegeben, sie habe das Kind nicht gewollt, da es nicht in ihre Lebensplanung gepasst habe.

Im August 1999 hatte eine 16-Jährige aus Berlin ihr Neugeborenes erschlagen und die Leiche bei Ahrensfelde verbrannt. Im Februar 1998 hatte in Marzahn eine 15-Jährige heimlich in der Wohnung ihrer Eltern entbunden und das Neugeborene aus dem 10. Stockwerk geworfen.

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