Berlin : Babyleiche im Keller gefunden

19-jährige Tatverdächtige festgenommen

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Der 47-jährige Bewohner der Karlshorster Laubenkolonie war beim Aufräumen im Keller, als er zwischen Gerümpel einen grausigen Fund machte. Die herbeigerufene Tochter bestätigte die furchtbare Vermutung: Das vertrocknete Bündel war eine Babyleiche. Nach dem Fund brach die 19-Jährige weinend zusammen. Dem Vater soll sie gesagt haben, sie habe das Kind zur Welt gebracht. Die junge Frau wurde wegen Verdachts der Kindstötung festgenommen. Gestern erhielt die Polizei keine weiteren Informationen von ihr. Sie sei „nervlich am Ende“ und werde in einer Klinik psychologisch betreut, hieß es.

Die Kripo sicherte gestern Spuren am Fundort, die Leiche des Jungen wurde obduziert. Das Kind, das höchstwahrscheinlich im Frühjahr zur Welt kam, war demnach bei seiner Geburt noch am Leben. Erkenntnisse zur Todesursache lagen gestern noch nicht vor. Bekannt ist bislang nur, dass die 19-Jährige mutmaßliche Mutter des Babys zusammen mit ihrem Vater und ihrer Mutter in dem Haus in der Laubenkolonie „Zum Eisenbahner“ in der Beerfelder Straße in Karlshorst lebte. Offenbar hatten die Eltern nicht mitbekommen, dass ihre Tochter schwanger war. Über Ermittlungen zum potenziellen Kindsvater, zu Befragungen innerhalb der Familie war noch nichts bekannt.

Psychologen und Frauenärzte kennen das Problem: „Viele Frauen, die nach der Geburt ihr Kind umbringen, haben die Schwangerschaft verdrängt“, sagt der Psychotherapeut und Gynäkologe Peter Rott. Zuletzt wurde im Juni in Brandenburg die 40-jährige Sabine H. zu 15 Jahren Haft verurteilt: Sie tötete acht ihrer neugeborenen Kinder nach der Geburt. Insgesamt wurden im Juli 2005 neun skelettierte Babyleichen in einem Schuppen in Brieskow-Finkenheerd gefunden. Eine Tat von 1988 gilt als verjährt. tabu/kög

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