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Babynamen in Berlin : Die meisten Babys heißen Hanna und Elias

Die bundesweiten Hitnamen des Jahres 2014 sind kurz und knackig: Viele Neugeborene heißen Emma und Ben. In Berlin sind alte Klassiker beliebt. Der 25-Jahres-Vergleich zeigt: Im Jahr 1989 gab es ganz andere Favoriten.

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Armbänder aus Holzperlen mit der Aufschrift Emma und Ben
Emma und Ben: das sind bundesweit die beliebtesten Babynamen des Jahres 2014.Foto: dpa

Wie soll das Kind nur heißen? Diese Frage stellt sich allen werdenden Eltern. Und während manche schon jahrelang im voraus wissen, wie sie ihre zukünftigen Babys nennen wollen, legen sich andere erst im Kreißsaal fest. Wer nichts falsch machen will, der guckt vielleicht zur Orientierung mal, was die anderen so machen: 2014 waren die beliebtesten Namen in Berlin Hanna und Elias, bundesweit kamen Emma und Ben auf den ersten Platz.
Die Liste mit den beliebtesten Namen hat der Hobby-Namensforscher Knud Bielefeld aus Ahrensburg erstellt. Der Wirtschaftsinformatiker wertet dafür Namenslisten aus Krankenhäusern aus. „Die Namen sind seit den Siebzigerjahren kürzer geworden und die Vielfalt hat zugenommen“, sagt Bielefeld.

Felix, Ben, Noah, Luis und Maximilian am beliebtesten

In Berlin entschieden sich im Bundesvergleich überdurchschnittlich viele Eltern für die Mädchennamen Charlotte und Helene. Bundessieger Ben kommt in Berlin nur auf den elften Platz. Im Vergleich zum Vorjahr haben bei den Mädchen Hannah, Emma, Charlotte, Mia und Emilia auf den ersten Plätze nur die Reihenfolge getauscht. Bei den Jungen waren 2013 Felix, Ben, Noah, Luis und Maximilian am beliebtesten.

„Deutsche übernehmen gern Namen aus dem skandinavischen, englischen und romanischen Raum“ sagt Bielefeld. Und warum gibt keine türkischen Namen auf der Liste? „Es gibt so eine große Vielfalt an türkischen Namen, dass es keiner in die Top-Listen schafft“. Bei den türkischen Mädchennamen sei Elif derzeit besonders beliebt.

Berlins Neujahrsbaby heißt Ha Tung Anh Phillip.
Berlins Neujahrsbaby heißt Ha Tung Anh Phillip.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Vor kurzem hatte eine Namensliste aus einem Taufregister aus Mitte für Diskussionen gesorgt. Namen wie Viktor Paul Theodor und Cäcilie Helene waren von einigen als Beleg für die fortschreitende Gentrifizierung in Mitte angesehen worden. Für Bielefeld sind das dagegen „ganz normale Namen“. Es seien vor allem die Kombinationen, die auffällig wirken. Betrachtet man dagegen nur die ersten Namen, klingt die Taufliste schon weitaus weniger ungewöhnlich: Paula, Lea, Carl, Ada und Frederick könnten auch in eine Kita in Spandau oder Moabit gehen. Dass derzeit Namen beliebt seien, die auch vor hundert Jahren populär waren, hält er für eine typischen Modekreislauf.„In fünfzig Jahren heißen die Babys vielleicht wieder Sabine, Michael und Thomas.“

Namensranking hat lange Tradition

Oder auch Stefanie, Sandra oder Franziska. Das waren laut der Internetseite www.beliebte-vornamen.de im Jahr 1989 die beliebtesten Mädchennamen im ostdeutschen Leipzig. In Düren im Westen hießen neugeborene Mädchen damals am häufigsten Maria, Sarah oder Jennifer. Und ihre männlichen Spielkollegen? Im Wendejahr gaben ihre Eltern ihnen in Leipzig am liebsten die Namen Christian, Martin und Benjamin, in Düren entschieden sie sich für Michael, Daniel und Patrick. Beliebtester Name im nunmehr wiedervereinigten Deutschland wurde im Jahr 1991 übrigens Kevin.

Auch die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) sieht für 2014 Sophie und Marie, Maximilian, Alexander und Paul auf den vorderen Plätzen. Ihre Statistik, die auf der Auswertung von Standesamtdaten beruht und bei der auch Zweitnamen einbezogen werden, wird im Frühling veröffentlicht. Die GfdS berät auch Standesämter, wenn sie unsicher sind, ob sie einen Namen genehmigen sollen. Für Blitz, Holunder und Theiler mussten sich ihre Eltern dann doch noch einen anderen Namen überlegen.

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