Berlin : Bad am Hüttenweg: Zu viel Chlor im Wasser?

Susanne Vieth-Entus

Die Berliner Bäderbetriebe (BBB) fühlen sich gut gerüstet für die bundesweit verschärften Anforderungen an die Wasserqualität. Schon jetzt erfülle man die geringeren Grenzwerte für die Chlorbelastung, für die noch bis Ende 2002 eine Übergangsfrist laufe, so der Leiter des Badebetriebs, Edmund Brandt. Als "Zeitungsente" bezeichnete denn auch der Schulstadtrat von Steglitz-Zehlendorf, Norbert Kopp (CDU), eine Meldung über angeblich stark überhöhte Chlorwerte und eine damit einhergehene "Krebsgefahr" im Bad am Hüttenweg. Die Schulen und Vereine könnten das Bad ohne Weiteres nutzen, so Kopp. Dies hätten zwei gestern durch die Bäderbetriebe und das Bezirksamt gezogene Wasserproben ergeben.

BBB-Geschäftsstellenleiter Hans-Joachim Munte räumte zwar ein, dass es bei hoher Belastung eines Bades erfahrungsgemäß "öfter" vorkomme, dass die Chlor-Grenzwerte kurzfristig leicht überschritten würden. Dies sei "unvermeidlich". Es gebe aber keinen Hinweis auf gesundheitliche Schäden. Hautreizungen oder rote Augen seien nicht unbedingt Anhaltspunkt für überschrittene Grenzwerte, sondern sagten eher etwas aus über die individuelle Empfindlichkeit der Badnutzer. Der kommissarische BBB-Leiter Jürgen Kießling wies nochmals darauf hin, man suche nach Ausweichmöglichkeiten für die Vereine, um die Besucherzahlen am Hüttenweg zu drücken und so die Wasserbelastung zu senken.

Einige Schulen hatten gestern ihre Kinder nicht zum Hüttenweg geschickt, weil sie durch den Zeitungsbericht verunsichert waren. Man habe kein Riskio eingehen wollen, begründete die Leiterin der Buschgraben-Grundschule, Barbara Philipp-Wald, ihre Entscheidung, das Schwimmen abzusagen. Auch die Pestalozzi-Schule verzichtete auf den Schwimmunterricht.

Am Nachmittag schickte dann die neue Gesundheitsstadträtin von Zehlendorf-Steglitz, Anke Otto (Bündnis 90/Grüne), ihre Amtsärztin Richtung Hüttenweg. Kurz darauf stand fest, dass es keine Überschreitung der Grenzwerte für Chlor gab. Dies hatte auch schon eine Probe ergeben, die ein technischer Mitarbeiter des Bades am Morgen genommen hatte.

Chlor gilt nach wie vor als unverzichtbar bei der Wasserreinigung, da kein anderer Stoff "so schnell Bakterien tötet", erläutert Munte.

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