Berlin : Badeunfälle: Tödlicher Schwimmausflug

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Sommerhitze, Partystimmung, Drogeneinfluss - diese Faktoren wurden am Wochenende zwei Männern aus Kreuzberg zum Verhängnis. Ein 41-Jähriger ertrank am Sonnabend gegen 18.30 Uhr, nachdem er nahe der Oberbaumbrücke in die Spree gesprungen war. Ein 42-Jähriger startete Sonntag nach Mitternacht unweit der Schillingbrücke zum Badeausflug, auch ihn konnten Freunde und Passanten nicht retten.

Kopfschütteln beim polizeilichen Lagedienst: "Aus unerklärlichen Gründen" sei das erste Opfer ins Wasser gesprungen und in Richtung Spreemitte geschwommen. Dann verschwand der Kopf unter Wasser. Zeugen alarmierten sofort die ehrenamtlichen Wasserretter der DLRG, die das Oberbaumbrückenfest mit vier Booten sicherten. "Unser Taucher hat den Mann trotz ungenauer Ortbeschreibung nach sechs Minuten in der trüben Spree gefunden", sagte Wolfgang Pickert, Sprecher der Berliner Arbeitsgemeinschaft Wasserrettungsdienst von DLRG, DRK-Wasseracht und Arbeiter-Samariter-Bund. Es war zu spät für den Kreuzberger. Weder Wasserretter noch Feuerwehr-Notarzt konnten ihn reanimieren. Auch für den 42-jährigen, der nahe der Schillingsbrücke losgeschwommen war, kam jede Hilfe zu spät. Er hatte zuvor noch Aufforderungen, besser wieder zurück ans Ufer zu kommen, abgelehnt, sagte Polizeisprecher Wolfgang Unger.

In Berlin ertrinken jedes Jahr etwa zehn Menschen, die meisten infolge Alkoholkonsums. "Im Wasser macht dann ganz schnell der Kreislauf schlapp", warnt Pickert. Noch am Sonnabend absolvierten die Wasserretter zwei spektakuläre Einsätze mit Dutzenden Rettungsschwimmern an der Havel. Die Angehörigen hatten Glück. Ein sechsjähriger Junge wartete bloß am Auto seines Vaters, der andere Vermisste wollte Eiswerder "schwimmend umrunden".

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