Bäder hoffen auf warmen Sommer : Mittwoch beginnt die Freibad-Saison

Bahn frei, der Sommer kommt: Die Bäderbetriebe bereiten sich auf die neue Saison vor. Ab Mittwoch geht es in Berlin los. Ein warmer Sommer könnte die schlechten Zahlen aus dem letzten Jahr wett machen.

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Rein ins Vergnügen. Bals kann in den Berliner Freibädern wieder geplanscht und geschwommen werden.
Rein ins Vergnügen. Bals kann in den Berliner Freibädern wieder geplanscht und geschwommen werden.Foto: dpa

Für einige Stunden war Sommer im April. Die Sonne strahlte auf das neue Planschbecken im Sommerbad Wilmersdorf, das Wasser plätscherte aus dem Sprudelpilz. Nur das Gras auf den Liegewiesen ist noch nicht überall angewachsen. Aber bis zum Start in die Saison sind es ja noch einige Tage: Nachdem das Strandbad Wannsee bereits Ende März zum ersten Sonnenbad geladen hatte, öffnet am Mittwoch auch das Freibad Jungfernheide, in einer Woche dann, am 28. April, starten gleich vier Anlagen in die Saison: das Prinzenbad, das Olympiabad, das Freibad in Lübars und auch die Anlage in Wilmersdorf.

Wie das dortige 1,7 Millionen Euro teure Becken wolle man künftig alle Außenbecken aus Edelstahl bauen, sagte Bäderchef Klaus Lipinsky beim Ausblick in die Saison. Edelstahl sei weniger anfällig für Winterschäden und leichter zu reinigen. Im Kombibad Seestraße in Wedding sei das Außenbecken bereits entsprechend verkleidet worden. Nach dem milden Winter musste das Unternehmen bisher 670 000 Euro in Reparaturen stecken, darin enthalten sei bereits eine neue Heizanlage für das Kreuzberger Prinzenbad.

Gute Neuigkeiten hatten die Bäderbetriebe für Reinickendorfer und Charlottenburger. Für das Strandbad Tegel, das in einem Wasserschutzgebiet liegt und dessen Wasserleitungen für 1,8 Millionen Euro saniert werden müssen, liege eine Ausnahmegenehmigung für den Sommer vor, sagte Sport-Staatssekretär Andreas Statzkowski (CDU). „Mit der Auflage, es in den nächsten Jahren zu sanieren.“ Es soll nun als letztes der 26 Bäder am 10. Juni öffnen.

Auch im Sommerbad neben dem Olympiastadion sollen die Berliner diese Saison baden können, es öffnet am 28. April. Die Öffnung der Anlage war lange fraglich, die 76 Jahre alte und denkmalgeschützte Anlage ist dringend sanierungsbedürftig, geschätzte Kosten: 17,5 Millionen Euro. 2014 sollen die Arbeiten beginnen, das Bad wird dann geschlossen. Eine Sanierung bei laufendem Betrieb würde laut Staatssekretär Statzkowski fünf Millionen Euro teurer sein. Bis 2022 könnten bis zu 80 Millionen Euro in die Sanierung des gesamten Olympiaparks gesteckt werden, ab 2014 sollen pro Jahr zehn Millionen Euro fließen, sagte Statzkowski – vorausgesetzt, das Abgeordnetenhaus stimmt zu.

Noch nichts Neues gibt es beim „Spucki“, dem Sommerbad in Lichterfelde. Mit drei Pachtinteressenten führen die Bäderbetriebe Gespräche. Wann sie das Bad abgeben, ist laut Lipinsky unklar. Es werde auf jeden Fall am 19. Mai öffnen. Künftig sollen weitere Sommerbäder verpachtet werden. Das Freibad Friedrichshagen am Müggelsee öffnet am 1. Mai mit einem Tag der offenen Tür, der Eintritt ist frei. In neun Sommerbädern sollen Erlebnistage stattfinden – am 30. Juni ist das Musikfestival „Energy in the Park“ im Strandbad Wannsee geplant, vom 16. August bis 2. September wird dort die Oper Carmen aufgeführt. Im Prinzenbad und im Sommerbad Neukölln sollen in den Sommerferien erneut Streitschlichter der Aktion „Cool am Pool“ Ärger verhindern. Ab Ende Mai sollen im Neuköllner Sommerbad Wohncontainer bezugsfertig sein. Im Herbst soll die Sanierung des Kombibads Spandau beginnen.

Nun hoffen die Verantwortlichen auf einen warmen Sommer. Durch den schlechten vergangenen Sommer fehlten dem Unternehmen 400 000 Gäste im Vergleich zum Vorjahr, obwohl Hallenbäder länger offen blieben. 5,6 Millionen Besucher wurden 2011 insgesamt gezählt. Weil man bei der Instandhaltung gespart habe, sei der Jahresabschluss dennoch positiv, sagte Finanzvorstand Michael Schenk. In diesem Jahr wolle man bei schlechtem Wetter erstmals einige Sommerbäder schließen und dafür Hallenbäder aufmachen, sagte Lipinsky.

Um die leeren Kassen zu füllen, können sich die Berliner einzelne Bahnen und sogar ganze Hallenbäder mieten. 25 Euro verlangen die Bäderbetriebe für eine Stunde auf der 25 Meter-Bahn, 50 Meter kosten das Doppelte. Allerdings werde nur vermietet, wenn auch genügend Wasserflächen für die Allgemeinheit zur Verfügung stünden.

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