Berlin : Bäderbetrieb will zwölf Schwimmhallen abgeben

Durch Umstrukturierung sollen Personalkosten gesenkt werden. Einrichtungen könnten von Vereinen übernommen werden

Matthias Oloew

Die Berliner Bäderbetriebe (BBB) wollen den Betrieb in den Schwimmhallen radikal neu organisieren. Geplant ist, den öffentlichen Badebetrieb vom Schul- und Vereinsschwimmen strikt zu trennen. Pro Bezirk soll ein so genanntes Schwimmsportzentrum geschaffen werden. Diese Hallen wären dann ganz oder teilweise für die Öffentlichkeit geschlossen.

Die Reform soll zu Beginn der Hallensaison im Herbst greifen. Die BBB versprechen sich Einsparungen, denn in den Bädern, die nicht mehr der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, will sie ihr Personal abziehen. Diese Hallen gingen in die Trägerschaft von Schwimmvereinen über. Die Bäderbetriebe wären nur noch für den technischen Betrieb zuständig.

Bäderchef Klaus Lipinsky will trotzdem niemanden entlassen. Derzeit zählen die BBB 793 Mitarbeiter, gerade noch genug, um alle Dienstpläne zu besetzen. „Um den Betrieb aller Hallen in der bisherigen Form aufrechtzuerhalten, müssten wir jetzt einstellen“, erklärt Lipinsky. Das kann er jedoch nicht: „Dafür reicht unser Budget nicht mehr.“ 37,3 Millionen Euro schießt der Senat in diesem Jahr zu. 2007 kann Lipinsky noch mit 36,9 Millionen rechnen.

Zwei Möglichkeiten für die Reform diskutieren die BBB mit den Schulen und Vereinen. Variante eins sieht zwölf Hallen vor (siehe Liste), die dann immer für die Öffentlichkeit gesperrt wären. Variante zwei bildet so genannte Bäder-Gruppen, das heißt, die Hallen wären tageweise entweder für Schulen und Vereine oder für die Öffentlichkeit reserviert. Vorteil bei Variante eins: Für alle ist leicht zu merken, welche Hallen zur Verfügung stehen.

Vorteil von Variante zwei: Die Wege zu den Schwimmhallen wären nicht so lang. Das Beispiel Reinickendorf verdeutlicht dies. Zahlende Badegäste aus dem Märkischen Viertel müssten bei Variante eins immer ins Paracelsus-Bad oder ins Kombibad Seestraße ausweichen. Bei Variante zwei könnten sie wenigstens tageweise in der Halle im Märkischen Viertel schwimmen.

Die Bildung von Bäder-Gruppen hieße für Mitte, dass neben dem Stadtbad Mitte in der Gartenstraße auch das Stadtbad Tiergarten, das Kombibad Seestraße und die Halle Fischerinsel tageweise gesperrt wären. Zusätzlich zu den von der Reform betroffenen Hallen will Lipinsky die Wettkampfbecken in der Schwimmhalle an der Landsberger Allee, die im Herbst sanierte Halle des Sportforums Hohenschönhausen und die Schwimmhalle am Sachsendamm für die Öffentlichkeit sperren. Damit entfielen am Sachsendamm die Morgen-Öffnungszeiten und die Sonnabendöffnung. Badegäste müssten auf das Stadtbad Schöneberg an der Hauptstraße ausweichen. Der Landessportbund sieht die Reform positiv: „Unsere Vereine sind bereit, das mitzutragen“, sagt Präsidiums-Mitglied Uwe Hammer.

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