Berlin : Bäderbetriebe: Gewerkschaft gegen Schließungen

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Die neue Dienstleistungsgewerkschaft Verdi lehnt die geplante Schließung von Bädern ab. Man müsse sämtliche Möglichkeiten ausschöpfen, die Einnahmen zu erhöhen, sagte gestern Verdi-Landeschefin Susanne Stumpenhusen. Beispielsweise könnten Public-Private-Partnership-Modelle geprüft werden. Stumpenhusen sprach sich zudem gegen eine Privatisierung der Bäderbetriebe (BBB) aus. Diese müssten als Anstalt öffentlichen Rechts erhalten bleiben.

Nur so sei gewährleistet, dass Kitas, Schulen und Vereine die Bäder unentgeltlich nutzen könnten, sagte Stumpenhusen. Dies sei von großer Bedeutung für die Gesundheitsvorsorge und den Breitensport. Der BBB-Aufsichtsrat wird heute über das vom Vorstand vorgelegte Konsolidierungskonzept beraten. Es sieht unter anderem vor, zwölf der insgesamt 47 Hallenbäder und sechs der 32 Frei- und Sommerbäder zeitweise zu schließen.

Nach Auffassung der Gewerkschaft wären davon rund 120 Mitarbeiter betroffen, deren Arbeitsplätze aber noch bis zum Jahr 2004 unter den Schutz des Beschäftigungssicherungsvertrages fallen. Zudem sei zu bezweifeln, dass einmal geschlossene Bäder überhaupt wieder geöffnet würden. "Ob die Verpachtung von Frei- und Sommerbädern ein gangbarer Weg ist, wird der Erfolg oder Misserfolg im Sommerbad Humboldthain zeigen", sagte Stumpenhusen. Erste Zahlen ließen jedoch an einen Erfolg dieses Modells zweifeln. Die Gewerkschaftschefin kritisierte weiter, dass die Zuschüsse des Landes für die Bäderbetriebe von 97,6 Millionen Mark im Jahr 1996 auf 83,3 Millionen Mark gekürzt worden seien. Durch diese Kürzungen habe man die Bäder nicht im erforderlichen Umfang unterhalten und sanieren können.

Die Berliner Bäder wurden bis Anfang 1996 unter der Regie der Bezirke geführt, dann fielen sie unter das Dach der BBB. Ursprünglich sollten sie in einer privatrechtlichen Holding organisiert werden. Nach Protesten aus Belegschaft und Bevölkerung einigte man sich auf die öffentliche-rechtliche Anstalt als Rechtsform.

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