Berlin : Bärengäste

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VON TAG ZU TAG

Fatina Keilani wünscht den russischen Besuchern viel Spaß im Bezirksamt

Was ein echter Russe ist, der denkt groß. Wenn er einen Roman schreibt, kommen 800 Seiten „Krieg und Frieden“ oder „Die Brüder Karamasow“ dabei heraus, den Wodka kippt er wasserglasweise hinunter, und wenn er zocken geht, dann verspielt er nicht weniger als sein ganzes Vermögen. Eine Nummer kleiner hat er es nun mal nicht. Sein Heimatreich ist riesig, da kann man keine Kurzgeschichten schreiben. Wegen der Größe und, naja, Schwerfälligkeit des Landes spricht man ja auch vom russischen Bären. Bären? Das erinnert uns an den Berliner Bären, vielleicht ist Moskau deshalb Partnerstadt. Von dort kommen jetzt Verwaltungsmitarbeiter nach Berlin, für ein untypisches Programm: Sie wollen sich das Klein-Klein angucken, die Arbeit der Berliner Verwaltung. Das klingt nicht nach Glamour – und bleibt die Ausnahme. Für Ausgleich ist gesorgt: Der Zarenball ist vom Adlon ins Ritz gezogen. Hier wird Samstag wieder geklotzt à la Russe, mit leibhaftigen Prinzessinnen und kostümierten Darstellern. Als wäre das Ritz nicht genug, soll die Fassade mit einer Lichtshow in den Petersburger Winterpalast verwandelt werden. Da stimmen die Relationen dann wieder.

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