Berlin : Bärenleben

Lothar Heinke

Knut, der kleine Knuddelteddybär, hat das alles noch vor sich: Jugendträume, Pubertät, erste Liebe olala, Kinder. Und dann die Mühen der Ebenen, wenn der Tross der Neugierigen weiterzieht zum nächsten Event und Showspektakel. Dann braucht Knut Mut. Und Zuspruch: Hey, Junge, so ist eben nun mal das Leben. Hat es ihm (und uns) nicht gerade olle Tilo vorgemacht? 1990 kam der gleene Sachse in den Bärenzwinger am Köllnischen Park. Und wurde janz schnell zum prominenten Stadtbär. „Kiek ma, unsa Tilo!“ riefen die Mütter und hielten ihre Kinder über die Brüstung. Tilo war immer der Boss, der King von Maxi und Schnute. Er wurde stattlich, und er brummte wie die Stadt, in der er lebte. Tilo zeugte fünf Kinder; es gab Menschenaufläufe am Bärenzwinger und zum Geburtstag eine Torte. Nun ist er tot, der Tilo. Krebs. Im 17. Lebensjahr. Vielleicht wird er jetzt Bärenehrenbürger? (Seite 12)

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