Bagger gefährden Radler : Umbau der Kastanienallee vorerst gestoppt

Die Bauarbeiten in der Kastanienallee werden wegen Sicherheitsbedenken vorerst eingestellt. Die Gegner des Projektes feiern den Stopp bereits als Etappensieg auf dem Weg zum endgültigen Baustopp.

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Berlin - Die Arbeiten am Umbau der Kastanienallee in Prenzlauer Berg ruhen, wie Pankows zuständiger Stadtrat und erklärter Befürworter des Projekts, Jens-Holger Kirchner (Grüne), dem Tagesspiegel bestätigte. Die Gegner des Projektes feiern den Stopp bereits als Etappensieg auf dem Weg zur endgültigen Aufgabe des umstrittenen Bauvorhabens. Doch mit der Bürgerinitiative „Stoppt K21“ hat die Unterbrechung des Bauvorhabens nichts zu tun. Grund sind Sicherheitsbedenken.

Knapp zwei Wochen nachdem die ersten Bagger ihre Arbeit in der Kastanienallee aufgenommen hatten, zog der zuständige Bauleiter der Firma Eurovia am Dienstag die Notbremse und ließ die Bauarbeiten vorerst stoppen. „Es war zu haarsträubenden Verkehrssituationen gekommen“, sagte Ordnungsstadtrat Kirchner. Wegen ausschwenkender Baufahrzeuge hätten Radfahrer teilweise in den Gegenverkehr ausweichen müssen. Die Situation sei so nicht haltbar gewesen. Am Gründonnerstag habe es dann ein erstes klärendes Gespräch mit Polizei und Verkehrsleitung gegeben, wie das Problem zu entschärfen sei, sagte Kirchner. Ziel sei es nun, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, ohne aber gravierend den Verkehr einzuschränken. Bisher ist die zur Baustelle gelegene Seite der Kastanienallee nur für Autofahrer gesperrt, nicht aber für Radfahrer. Laut Bezirksamt soll die Straße während der gesamten – auf etwa zwei Jahre angelegten – Bauzeit mit dem Rad passierbar bleiben.

Für mehr Sicherheit sollen nun große Warnschilder im Bereich der Baustelle garantieren. Diese könnten jedoch frühestens am 27. April aufgestellt werden, erklärte Kirchner. Bis dahin ruhen die Bauarbeiten auf jeden Fall. Weitere Verzögerungen schloss Kirchner aber nicht aus. Denn durch die zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen entstehen neue Kosten. Die Finanzierung will Kirchner aber erst in einem Gespräch am 4. Mai klären.

Der Bürgerinitiative „Stoppt K21“ kommt der unverhoffte Baustopp gerade recht. „Es wird schon fleißig plakatiert“, freut sich Sprecher Matthias Aberle. Er erwarte sich durch die neue Entwicklung mehr Zulauf für die Protestveranstaltung der Initiative, die am heutigen Samstag stattfinden soll. Man wolle sich nun dafür einsetzen, dass aus dem vorläufigen Baustopp ein endgültiger werde, sagte Aberle. Die Initiative fürchtet, dass durch die Verbreiterung der Fahrspur der Verkehr zukünftig schneller und gefährlicher werde und stört sich zudem an der zweijährigen Bauzeit. In der kommenden Woche wollen die Mitglieder des Bündnisses damit beginnen, Unterschriften für ein Bürgerbegehren zu sammeln. Ein anschließender Bürgerentscheid soll dann den endgültigen Baustopp auf der Allee erzwingen. Sidney Gennies

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