Berlin : Bahn durfte Dach am Hauptbahnhof verkürzen

Klage des Senats auf zusätzlichen Lärmschutz für geplante Wohnungsbauten abgewiesen

-

Die Bahn muss den Lärmschutz am Hauptbahnhof Lehrter Bahnhof nicht nachbessern. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wies gestern in erster und letzter Instanz die Klage des Senats auf zusätzlichen Lärmschutz ab. Das Land hatte die Bahn verklagt, weil diese das Dach des Bahnhofs von 452 Meter an der längsten Stelle auf 321 Meter verkürzt hat. Dies führe, so der Senat, zu mehr Lärm in der Umgebung, wo auch Wohnbauten geplant sind. Noch kurz vor der Verhandlung hatte der Senat einen weiteren Schriftsatz mit rund 200 Seiten eingereicht. Die Bahn hatte argumentiert, das Land könne kein Recht für einen vollständig überdachten Bahnsteig geltend machen. Nach Ansicht der Richter war die Zustimmung des Senats zur Änderung mit dem verkürzten Dach nicht erforderlich.

Änderungen seien bei Bauten dieser Größe üblich, heißt es. Das Ziel der Bahn, durch das kürzere Dach die Bauzeit für den neuen Bahnhof so zu verkürzen, dass der Betrieb zur Fußballweltmeisterschaft im Sommer 2006 aufgenommen werden kann, sei sachgerecht und nicht zu beanstanden. Dem Senat sei es zudem möglich, seine Planung für die vorgesehenen Wohnungsbauten in der Umgebung des Bahnhofs so zu verändern, dass die künftigen Bewohner vom Lärm der Züge nicht betroffen sind. Ob und wann diese Gebäude entstehen, ist ohnehin ungewiss. Für das Umfeld des Hauptbahnhofs hat es zwar einen städtebaulichen Wettbewerb gegeben, verwirklicht ist davon jedoch bis heute nichts.

Bahnchef Mehdorn wollte mit dem Kürzen des Daches, das zu den aufwändigsten gehört, die je gebaut worden sind, die Arbeiten beschleunigen. Die Umplanungen erforderten jedoch so viel Zeit, dass in diesen Monaten auch das komplette Dach zu bauen gewesen wäre. Zudem wurden keine Kosten gespart, alle Spezialteile für die Stahl-Glas-Konstruktion waren bereits hergestellt. (Aktenzeichen: BverwG 9 A 40.02) kt

0 Kommentare

Neuester Kommentar