Berlin : Bahn hat Tunnel in Lichtenrade akzeptiert Finanzierung nach Hochwasser

aber derzeit ungewiss

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Lichtenrade. Beim Wiederaufbau der Dresdner Bahn durch Lichtenrade hat die Bahn nach Tagesspiegel-Informationen eingelenkt und einen von Anwohnern geforderten Tunnelbau zum Teil akzeptiert. Doch ob die Gleise überhaupt gelegt werden, ist zweifelhaft geworden. Bahn und Bund müssen ihr Geld vorwiegend in den Wiederaufbau der hochwassergeschädigten Bereiche stecken. Auch in der Stadtentwicklungsverwaltung hat man erkannt: Erst komme wohl Dresden in Sachsen und dann – vielleicht – die Dresdner Bahn in Berlin. Die Bahn selbst hat noch keine Prioritätenliste erstellt.

Der Streit, ob die Bahn in Lichtenrade im Tunnel verschwinden soll, zieht sich seit Jahren hin. Bisher bestand sie darauf, die Gleise ebenerdig – und damit für sie kostengünstig – legen zu wollen. Ebenerdig lagen sie auch bis zur Einstellung des Fernverkehrs Anfang der 50er Jahre. Die S-Bahn blieb weiter an der Oberfläche. Für die Bahn ist das Legen der Gleise nur der Wiederaufbau einer vorhandenen Strecke, die mit weniger Auflagen verbunden ist als ein Neubau.

Was dort möglich ist, haben die Planer beim Bau der neuen Strecke zum Flughafen Köln/Bonn gezeigt. Weil das Gestüt Röttgen befürchtete, dass seine Hengste sich vor den schnell fahrenden Zügen so erschrecken und sie die Lust an den Stuten verlieren, wurde ein dort ohnehin vorgesehener Tunnel mit jetzt 1047 Metern doppelt so lang wie geplant. Die Planer haben, um keine Zeit zu verlieren, nicht einmal das juristische Hauptverfahren abgewartet, sondern den Tunnel gleich verlängert.

In Berlin zieht sich das Verfahren dagegen hin. Das Genehmigungsverfahren ruhte gut zwei Jahre, weil die Verkehrsverwaltung durch die Blockade die Tunnellösung durchsetzen wollte. Voran ging es erst wieder, nachdem Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) angekündigt hatte, er werde sich für eine stadtverträgliche Lösung einsetzen, was auf den Tunnelbau hinauslief. Anfang September sollte das Genehmigungsverfahren fortgesetzt werden.

Boto Mertins von der Bürgerinitiative fordert jetzt vor allem eins: Planungssicherheit. Auch wenn es für den Wiederaufbau zunächst kein Geld geben sollte, müssten die Bewohner wissen, wo eines Tages die Züge fahren werden. Schon jetzt sei der Wert der Grundstücke an der Trasse erheblich zurückgegangen. Über die Dresdner Bahn soll später auch der Flughafen-Express fahren. kt

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