Berlin : Bahn: Hauptbahnhof jetzt sicher

Keine weiteren Baumängel bekannt. Aber Schweigen zum Strebenabsturz

Klaus Kurpjuweit

Zumindest eine gute Nachricht gibt es jetzt von der Bahn: Am Hauptbahnhof soll es keine weiteren gravierenden Baumängel geben. Das Bauwerk sei nach den vorgenommenen Verankerungen der Querträger bei der Fachwerkkonstruktion vor der Fassade der Bürogebäude jetzt sicher, sagte gestern der Berliner Bahnchef Ingulf Leuschel vor dem Bauausschuss des Abgeordnetenhauses. Detaillierte Fragen der Parlamentarier beantwortete er aber nicht. Wer an dem Prestigebau der Bahn wann was entschieden, genehmigt und kontrolliert hat, blieb auch vor dem Ausschuss ungeklärt.

Erst müsse das so genannte Beweissicherungsverfahren abgeschlossen sein, das die Ursache für den Absturz einer tonnenschweren Strebe beim Orkan Kyrill in der vergangenen Woche klären soll, begründete Leuschel sein Schweigen. Unbeantwortet blieb damit aber auch die Frage, warum die Bahn nach Abschluss der vorgenommenen Sicherungsarbeiten so überzeugt ist, dass nun nichts mehr passieren wird.

Zweifel an der Statik des Gebäudes seien unangebracht, hieß es zuvor bei der Bahn. Die Statik war ins Gerede gekommen, weil das Statikbüro Schlaich Bergermann und Partner unter anderem auch die Statik des Daches einer Sporthalle im schleswig-holsteinischen Halstenbek berechnet hatte, das später eingestürzt war. Die Gerichtsverfahren sind allerdings noch nicht abgeschlossen.

Leuschel war sich auch sicher, dass die beschädigten Scheiben im Dach keine Gefahr darstellen. Das Glas sei in drei Lagen verklebt. „Die Scheiben bleiben oben“, sagte Leuschel. Auch mit einer Schneelast. Sollten sie doch aus dem Rahmen fallen, würden sie als „feiner Staub“ nach unten rieseln. Dass einige Scheiben Risse haben, sei zudem seit langem bekannt gewesen.

Nach der zweimaligen Sperrung des Hauptbahnhofs hat die Fraktion Bündnis 90/Grüne jetzt beantragt, den Bahnhof Zoo wieder zur Fernbahnstation zu machen.

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