• Bahn-Ingenieur: Senat lässt Autofahrer zu lange warten Der Straßentunnel unter dem Tiergarten soll erst im September fertig sein – nun gibt es Streit um das Tempo des Ausbaus

Berlin : Bahn-Ingenieur: Senat lässt Autofahrer zu lange warten Der Straßentunnel unter dem Tiergarten soll erst im September fertig sein – nun gibt es Streit um das Tempo des Ausbaus

Klaus Kurpjuweit

Wie schnell kann man einen 2,5 Kilometer langen Straßentunnel mit zwei Röhren ausbauen? Auf jeden Fall schneller, als es der Senat beim Tiergartentunnel vormacht. Davon ist Hany Azer überzeugt, der den Bau des Hauptbahnhofs, des Bahnhofs Papestraße und der Tunnelstrecke der Bahn zwischen beiden Bahnhöfen leitet. Auf keinen Fall gehe es schneller, kontert die Stadtentwicklungsverwaltung. Und so bleibt es dabei: Die Autofahrer müssen bis Anfang September 2005 warten, ehe die Röhren zwischen der Heidestraße und dem Landwehrkanal freigegeben werden.

Über und neben dem Tunnel wächst unter Azers Leitung der künftige Hauptbahnhof in die Höhe. Im nächsten Jahr gibt es dort, wie berichtet, eine besonders spektakuläre Aktion, wenn die beiden Büroriegel, die die Gleise überspannen, wie eine Klappbrücke zusammengefügt werden. Der gesamte Bahnhof soll zur Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer 2006 betriebsbereit sein. Hany Azer ist überzeugt, dass er den Termin einhalten wird.

Der Bau hat zwar eine Verspätung von mehreren Jahren, doch seit Azer dafür zuständig ist, läuft der Terminplan wie vorgesehen – auch beim Neubau an der Papestraße. Die Bahn war auch für den Rohbau des Straßentunnels unter dem Bahnhof zuständig. Wegen der Verspätung übergab sie eine Röhre erst im Januar 2004 und die andere im Juli an den Senat. Seither läuft der Innenausbau mit den Anlagen für die Beleuchtung, die Belüftung, die Verkehrszeichen und die Notrufanlagen sowie die Verbindungen zum Betriebsgebäude unter dem Bahnhof. Ende April soll alles eingebaut sein, dann folgt ein dreimonatiger Probebetrieb.

Der Ausbau hätte schneller abgeschlossen werden können, sagt Azer, der derzeit den Innenausbau des Hauptbahnhofs vorantreibt. Die Stadtentwicklungsverwaltung entgegnet, dass die Bahn noch nicht einmal alle Restarbeiten im Straßentunnel erledigt habe. Und selbst habe man ein Rekordtempo vorgelegt. Beim Britzer Autobahntunnel habe der Innenausbau nämlich zwei Jahre gedauert.

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