Bahn : Mehdorn verteidigt Pläne für Bahnhof Zoo

Bahnchef Hartmut Mehdorn hat die umstrittene Streichung von Fernverkehrsverbindungen am Berliner Bahnhof Zoo verteidigt. Pünktlich zur Fußball-WM 2006 soll der neue Hauptbahnhof/Lehrter Bahnhof zentraler Knotenpunkt werden.

Berlin (10.05.2005, 16:46 Uhr) - Bahnchef Hartmut Mehdorn verwies am Dienstag darauf, dass Berlin mit Eröffnung des neuen Hauptbahnhofs zur Fußball-WM 2006 ein ganz neues Verkehrskonzept bekommen werde. Dann werde der Hauptbahnhof - früher: Lehrter Bahnhof - zentraler Knotenpunkt für Fern-, Regional- und Nahverkehr sein. Die endgültige Entscheidung, ob am Zoo überhaupt keine Fernzüge mehr halten werden, sei noch nicht gefallen.

Der neue Hauptbahnhof in der Nähe des Kanzleramtes soll im Mai 2006 in Betrieb gehen, einen Monat vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft. Die Züge in Nord-Süd-Richtung werden die Stadt dann unterirdisch durchqueren und dabei den Zoo gar nicht mehr durchqueren. Gegen eine mögliche Abkoppelung des Bahnhofs Zoo vom Fernverkehr haben bereits Geschäftsleute und Fahrgastverbände protestiert.

Mehdorn verwies bei einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer (IHK) darauf, dass Berlin künftig fünf moderne Großbahnhöfe haben werde: den Hauptbahnhof in Mitte, Papestraße im Süden, Spandau im Westen, Ostbahnhof im Osten und Gesundbrunnen im Norden. Dagegen sei der mehr als 120 Jahre alte Bahnhof Zoo eigentlich kein Fernbahnhof. «Der Bahnhof Zoo ist gefährlich. Wenn er voll ist, müssen wir zusätzliches Personal einsetzen.» Der Zoologische Garten bleibe aber «Teil des Systems».

Zugleich trat Mehdorn Befürchtungen von Geschäftsleuten entgegen, dass bei einem Verzicht auf den Fernverkehr rund um den Zoo der Umsatz einbrechen werde. Heute seien dort jeden Tag rund tausend Züge unterwegs. Künftig würden es 950 sein. «Die Entscheidung, ob am Zoologischen Garten künftig Fernzüge halten, ist noch nicht endgültig. Dazu werden Gesprächen mit den relevanten Gruppen in Politik und Wirtschaft geführt.» (tso)

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