Bahn : Verein unzufriedener Bahnkunden will Mehdorn das Fürchten lehren

Die Initiatorin der Bürgerinitiative gegen die Schließung des Fernbahnhofs Zoo, Helga Frisch, hat einen Verein unzufriedener Bahnkunden gegründet.

Berlin - "Wir decken auf, was bei der Bahn schief läuft und die Kunden aufregt", kündigte Frisch in Berlin an. Mit der Arroganz und Kundenfeindlichkeit des quasi Monopolisten müsse Schluss sein. Frisch fügte hinzu: "Wir werden die Bahn aus dem Tiefschlaf wecken und sie das Fürchten lehren." Mit einem Beschwerdeforum im Internet sowie der systematischen Dokumentation über Mängel und Missstände bei der Deutschen Bahn will der Verein nach Darstellung Frischs den Druck auf Bahn-Chef Hartmut Mehdorn erhöhen, die Verbraucherinteressen stärker zu berücksichtigen. Die Bahn erhalte regelmäßig hunderte Beschwerdebriefe, ignoriere diese aber mit dem Verweis, sie könne sich nicht um jede einzelne Beschwerde kümmern, kritisierte Frisch. Der Verein unzufriedener Bahnkunden beanstandet unter anderem "ständig steigende Preise bei sinkenden Leistungen" sowie die Verspätung vieler Züge im Fern- und Regionalverkehr. Die Fahrpläne seien mangelhaft abgestimmt. Außerdem klagt der Verein über verschmutzte Bahnhöfe, Waggons und Zugrestaurants. Vorstand und Aufsichtsrat der Bahn genehmigten sich unverhältnismäßig hohe Vergütungssteigerungen. "Die Bahn verschwendet Steuergelder", schimpfte Frisch.

Der Verein will Frisch zufolge die Öffentlichkeit regelmäßig über seine Aktivitäten informieren. Geplant sind Podiumsdiskussionen und Vortragsveranstaltungen. Neben der Behebung der angeprangerten Missstände will der Verein weiter dafür kämpfen, dass am Bahnhof Zoo wieder Fernzüge halten. Die Jahres-Mitgliedschaft in dem Verein kostet 12 Euro. Weitere Informationen unter www.unzufriedene-bahnkunden.de. (tso/ddp)

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