Berlin : Bahn will weiter Achterbahn fahren Auf und Ab durch Lichtenrade

Lange Tunnelversion abgelehnt

Klaus Kurpjuweit

Die Bahn bleibt bei ihrem Plan, den ICE auf Berg- und Talfahrt durch Lichtenrade zu schicken. Die Trasse geht dann an der Buckower Chaussee nach unten, steigt am Schichauweg über Straßenniveau an und verschwindet vor dem Bahnhof Lichtenrade im Tunnel. Die Forderung der Bürgerinitiative „Dresdner Bahn“, die Gleise in einem langen Tunnel vom Schichauweg bis zur Stadtgrenze verschwinden zu lassen, seien bei Mehrkosten in Höhe von 150 Millionen Euro nicht finanzierbar, sagte Verkehrsplaner Georg Müller von der Stadtentwicklungsverwaltung am Montagabend vor mehreren Hundert Anwohnern im überfüllten Gemeinschaftshaus in Lichtenrade.

Und selbst der Bau des kurzen Tunnels vom Bahnhof Lichtenrade bis zur Stadtgrenze sei nicht endgültig gesichert, sagte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Erst frühestens im März will das Bundesverkehrsministerium entscheiden, ob es dafür einen Bundeszuschuss gibt. Offiziell wollen die Beteiligten heute nichts mehr wissen von einer nach Tagesspiegel-Informationen geschlossenen Vereinbarung, derzufolge der Bund als Gegenleistung für ein Berliner Ja zur Lkw-Maut auf Autobahnen den Tunnelbau in Lichtenrade finanzieren werde.

Ursprünglich plante die Bahn, die Gleise ebenerdig durch den Ortskern zu legen. Erst nach heftigen Protesten war sie bereit, die Tunnellösung zu akzeptieren. Gebaut wird die Röhre aber nur, wenn der Bund sie finanziert. Nach fünf Jahren erhoffte sich die Initiative nun ein klärendes Wort von Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD). Doch er erschien erst gar nicht zur Informationsveranstaltung.

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