Berlin : Bahngleise blockieren Mauerradweg

Kein Geld für Unterführung bei Mahlow. Zwei Kilometer langer Umweg bleibt

Klaus Kurpjuweit

Berlin - Einst war es die Mauer, die trennte. In Zukunft ist es die Bahn. Und das dort, wo man den Verlauf der Mauer zu Fuß oder mit dem Rad nachvollziehen kann. Der Wiederaufbau der Dresdner Bahn durch Lichtenrade wird an der südlichen Stadtgrenze den Mauerradweg unterbrechen, der in den vergangenen Jahren rund um den früher eingemauerten Westteil der Stadt angelegt worden ist. Etwa fünf Millionen Euro hat der Senat für den gut 160 Kilometer langen Rundkurs ausgegeben. Die Kosten von mehreren hunderttausend Euro für eine Unterquerung des Bahndamms zwischen Lichtenrade und Mahlow will aber niemand übernehmen.

Damit will sich der Europa-Abgeordnete Michael Cramer (Grüne) nicht abfinden. Als er noch im Berliner Parlament saß, hatte er die Anlage des Mauerradwegs vorangetrieben. Er schaffte es auch, dass beim Wiederaufbau der Anhalter Bahn durch Lichterfelde für den Mauerradweg auf Brandenburger Gebiet ein Tunnel angelegt wurde, der ursprünglich nicht vorgesehen war. 750 000 Euro hat die Unterquerung gekostet, die auf Brandenburger Gebiet liegt, aber von Berlin finanziert wurde. Daran sei jetzt nicht nochmal zu denken, heißt es bei der Stadtentwicklungsverwaltung.

Cramer schlägt vor, eine der geplanten Unterführungen südlich des Mauerradwegs nach Norden zu verlegen. Nach den jetzigen Plänen gäbe es im Abstand von 500 Metern drei Unterführungen, auf den folgenden 1,5 Kilometern bis zur Goltzstraße in Lichtenrade aber keine. Dort entsteht eine Unterführung für Radfahrer und Fußgänger, die für die Nutzer des Mauerradwegs zu einem Umweg von rund zwei Kilometern führt – über Kopfsteinpflaster. Für Mahlow seien die geplanten Unterführungen im Süden unverzichtbar, sagte der stellvertretende Bürgermeister Jörg Sonntag. Und würde man den Tunnel im Norden bauen, müsste sich die Bahn zudem nicht mehr an den Kosten beteiligen. Mahlow sei aber bereit, ein Viertel der Investition zu übernehmen, damit der Mauerradweg vollendet werden kann.

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