Berlin : Bahnhof Friedrichstraße: Baustellen-TV auf neuestem S(t)and

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Mit neuen Geschäfts-, Büro- und Wohnhäusern auf einem Filetgrundstück am S-Bahnhof Friedrichstraße schließt die Züblin Projektentwicklungs GmbH eine Lücke im nördlichen Teil der Einkaufsmeile. Gestern stellte das Unternehmen seine Pläne für das 400-Millionen-Mark-Projekt Friedrich-Carré zwischen Dorotheen-, Friedrich- und Georgenstraße vor. Auf dem Gelände sollen bis Ende 2002 sieben bis zu achtgeschossige Häuser entstehen, die einen 3000 Quadratmeter großen begrünten Innenhof umschließen. Das Gelände war bis vor kurzem noch eine Grünfläche - eine der letzten. Vor dem Zweiten Weltkrieg standen dort das legendäre Varieté Wintergarten und das Hotel Zentral. Baubeginn war bereits in diesem April. Derzeit laufen Tiefbauarbeiten. Ein halbes Dutzend Kräne sind auf dem umzäunten Areal bereits in Betrieb.

Eine "architektonische Neuinterpretation des historischen Vorbilds", nannte Paul von Aaken vom Vorstand der Züblin AG gestern die Pläne. Auf der Basis eines städtebaulichen Entwurfs von Assmann, Salomon und Partner entwarfen fünf junge Architekturbüros die einzelnen Gebäudeteile. Sie erstrecken sich fast über das gesamte Karree, haben unterschiedliche Fassaden in Granit, Naturstein und Glas und heben sich mit Vor- und Rücksprüngen voneinander ab. In den Bauten soll es 27 000 Quadratmeter Büro-, im Erdgeschoss 7500 Quadratmeter Einzelhandels- und Gastronomieflächen geben. Im rückwärtigen Teil der Anlage sind 48 Wohnungen geplant.

Von einer "Topadresse" sprach Uwe Schilling, Geschäftsführer der Züblin Projektentwicklungs GmbH. Vor allem Firmen aus der Dienstleistungsbranche wie Anwälte, Medienbüros und Lobbyisten, die die Nähe zum Bundestag suchen, wünschen sich die Investoren als Mieter. Für die Einzelhandelsflächen sucht man derzeit nach einem Großmieter, um dessen Geschäft sich kleinere gruppieren sollen. Das Gros der Investition bringen die Württembergische Lebensversicherungs AG und die Wiener Städtische Allgemeine Versicherung AG auf. Es sei genau der richtige Zeitpunkt, an der Stelle zu investieren, sagte Anton Werner von der österreichischen Versicherung. Die Talsohle des Gewerbeimmobiliengeschäfts sei durchschritten. Werner lobte den "klingenden Namen" der Friedrichstraße, die der Oxford-Street in London und der Kärntner Straße in Wien nicht nachstehe.

"Das Leben ist eine Baustelle", mögen sich die Projektentwickler gedacht haben, als sie beschlossen, den Bauverlauf über ein eigenes "Baustellenfernsehen" zu übertragen. Bald sollen Kameras die Arbeiten aufnehmen, auf 15 Monitoren im Bauzaun sollen sie zu sehen sein. Zudem wird kontinuierlich ein Informationsfilm gesendet. CDU-Fraktionschef Klaus Landowsky startete gestern diesen ersten Teil des Baustellenfernsehens.

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